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Ein bisschen mehr Luxus auf Dienstreisen
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Dienstreisen

Ein bisschen mehr Luxus

Hans-Jürgen Klesse, wiwo.de
Dienstreisen dürfen wieder komfortabler sein: besserer Service und mehr Komfort statt Gängelei und Sparkurs. Unternehmen erkennen, dass Ausgaben für Dienstreisen Investitionen in die eigene Zukunft sind.
Viele aus dieser Generation entscheiden sich lieber für den Smart vom Carsharing-Anbieter anstelle eines Golf vom Autovermieter. Und statt in der standardisiert eintönigen Tristesse eines Maritim Hotels übernachten sie lieber in klassenlosen, aber hippen Herbergen wie etwa dem 25Hours in der Hamburger Hafencity, wo der Tagungsraum hinter einem alten Container versteckt ist und die Gäste im Restaurant "Heimat" auf Teppichstapeln sitzen.

Und auch am anderen Ende der Alterskohorte haben reisende Mitarbeiter in Zukunft andere Bedürfnisse. Das Kreditkartenunternehmen AirPlus fordert darum spezielle Reiserichtlinien für diese Gruppe. Fast ein Fünftel der Unternehmen in Nordeuropa gewährt ihren Silver Agern höhere Serviceklassen im Flugzeug, schnellere Umsteigeverbindungen und mehr Komfort im Hotel. In deutschen Unternehmen sind solche Regelungen noch die Ausnahme. Noch.

Preisgünstiges Plus

Das Plus an Komfort muss nicht unbedingt mehr kosten – das Reisemanagement muss nur andere Schwerpunkte setzen. Wie das geht, zeigt der Anlagenbauer Dürr. Rund 4.500 der weltweit 7.500 Beschäftigten sind Vielreisende. Der mit Abstand größte Teil des gut 45 Millionen hohen Reisebudgets entfällt auf die Flugkosten.

Grundsätzlich ist für alle Reisenden die Economy vorgeschrieben, aber es gibt Ausnahmen. Dürr-Dienstreisende, die zum Beispiel sofort nach der Ankunft beim Kunden vorsprechen müssen, haben Anrecht auf ein Businessclass-Ticket. Damit die Mehrkosten nicht aus dem Ruder laufen, hat Travel Manager Marcus Scholz mit vielen Airlines eigene Preise ausgehandelt.

Mehr Komfort

Darüber hinaus dürfen die Mitarbeiter in die von rund 30 Fluglinien (ab November auch von Lufthansa) angebotene Premium Economy umsteigen, in der sie mehr Platz und besseren Service bekommen. Zwar gibt es streckenabhängige Preisobergrenzen, aber wer frühzeitig bucht, hat gute Chancen auf mehr Komfort.

Die Monteure des Anlagenbauers wissen das zu schätzen. Viele sind 120 Tage im Jahr im Ausland unterwegs, "unsere Aufgabe ist es, ihnen ihre Tätigkeit so angenehm wie möglich zu machen", verspricht Scholz.

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