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Gewinnen mit Weiterbildung
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Weiterbildung

Ein attraktiver Deal

Tina Groll, zeit.de
So bekommen Arbeitnehmer eine Weiterbildung und Kündigungsschutz – und Unternehmen Top-Mitarbeiter in Schlüsselpositionen.
Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger, um in der Arbeitswelt von morgen bestehen zu können. Der digitale Wandel beschäftigt Unternehmen weltweit. Besonders auf Schlüsselpositionen sind sehr gut ausgebildete Spezialisten nötig. Ein Grund, warum Arbeitgeber derzeit viel Geld in die Weiterbildung von wichtigen Fachkräften investieren. Wer so ein Spezialist ist, kann sich gleich doppelt freuen: Nicht nur übernimmt der Arbeitgeber die oftmals teuren Fortbildungskosten. In der Regel bietet er auch noch eine besondere Vertragsbindung und somit eine Jobgarantie an.

Freilich tun Unternehmen das nicht aus Großherzigkeit, sondern weil sie sich gegen einen zeitnahen Weggang des geschulten Mitarbeiters schützen möchten – etwa bei einem Systemadministrator, der gerade ein Zertifikat für die allerneuste Software erworben hat. Zweifelsohne sind solche Spezialisten mit den neuesten Kenntnissen auf dem Arbeitsmarkt attraktiv.

Absicherung per Bindungsklausel

Arbeitgeber schließen daher mit den Betroffenen einen Vertrag, der in der Regel eine Bindungsklausel enthält. In dieser Zeit darf der Mitarbeiter das Unternehmen nicht verlassen. Und oft sichern die Arbeitgeber in dieser Klausel dem Mitarbeiter auch eine Jobgarantie oder sogar Kündigungsschutz zu. In der Regel ist eine Dauer von etwa zwei Jahren gängig. Es gibt aber auch Bindungsklauseln über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren.

Meist hängt die Dauer der Bindung von der Länge und den Kosten der Fortbildung ab. Daher kann eine Fortbildung, die über zwei Jahre dauert, eine Bindung von fünf Jahren durchaus rechtfertigen. Gängig ist dies etwa, wenn Mitarbeitern ein nebenberufliches Masterstudium an einer Business School bezahlt wird.

Wer das Weiterbildungspaket schnüren sollte

Wer Karriereambitionen hat und weiß, dass er eine Schlüsselposition besetzt oder künftig besetzen möchte, der kann versuchen, mit dem Arbeitgeber ein entsprechendes Paket zu verhandeln.

Tatsächlich nutzen nicht wenige Leistungsträger genau solche Strategien, um sich die Führungsposition von morgen, eine Jobgarantie und noch eine bezahlte Weiterbildung zu sichern – oft gerade auch dann, wenn das Unternehmen in einem schwierigen Marktumfeld tätig ist und sich die wirtschaftliche Situation zuspitzt.

Man muss allerdings sicher sein, dass man ein solch starkes Karriereinteresse hat – und dass man auch ein Interesse daran hat, sich an den aktuellen Arbeitgeber zu binden. Dann ist es ein attraktiver Deal für beide Seiten.

Zuerst veröffentlicht auf zeit.de
Dieser Artikel ist erschienen am 18.12.2015

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