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Irritation am Arbeitsplatz
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Irritation am Arbeitsplatz

Duzen – nein danke!

Nora Jakob, wiwo.de
Wann ist es angebracht zu siezen, wann wird geduzt? Das eine schafft Nähe, das andere Distanz. Beide Anredeformen haben ihre Tücken und sind einem ständigen Wandel unterworfen – und das weltweit. Ein Überblick.
Früher gab es noch Regeln, wer wem unter welchen Umständen das "Du" anbieten darf: Der Ältere dem Jüngeren und der Höhergestellte dem Nachrangigen. Das scheint sich heute immer mehr aufzulösen. Plötzlich ist es in einigen Büros in Mode, sich direkt zu duzen – einfach so, vor allem in den Medien oder der Werbung. Im Bereich der Banken geht es weiterhin eher konservativ zu.

Langsam regt sich in den Büros Widerstand gegen Dauer-Duzer. Denn Duzen ist keine Pflicht. Es ist ein Angebot sich auf einen meist lockeren Umgangston zu verständigen. Es baut auch bestehende Distanzen ab, das sollte man sich vor Augen halten. Das wird vor allem in Situationen deutlich, die Konfliktpotential und Reibungspunkte bieten: Ein (beleidigender) Angriff fällt leichter, wenn die "Sie"-Barriere weg ist.

Kritisches Du

Beim "Du" ist es außerdem schwierig, Kritik wirklich zu äußern. Und schwierig wird es auch, wenn der Vorgesetzte Autorität zeigen muss. Allerdings können Sie sich nicht dagegen wehren, wenn Sie in einem Unternehmen arbeiten, in dem das Duzen an der Tagesordnung ist. In dem Fall müssen Sie dem "Du" auch keine weitere freundschaftliche Bedeutung zumessen – es ist dann etwa vergleichbar mit englischen „You“.

Ablehnen sollten Sie es hingegen in Fällen, in denen Sie sich überrumpelt fühlen – Sie sollten dann aber klar machen, dass es nichts mit der Person des Gegenübers zu tun hat, sondern Sie sich mit dem "Du" nicht wohlfühlen. Das gilt übrigens auch gegenüber dem Chef: Sie sollten sich allerdings schon im Vorfeld eine gute Erklärung überlegen. Es ist allerdings nicht so, dass es gar keine offiziellen Regeln mehr gibt.

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