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Gründer-Klischees prüfen
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Unternehmer-Persönlichkeiten

Drei Gründer-Klischees auf dem Prüfstand

Julia Gurol, wiwo.de
Sie sind jung, haben entweder ihr Studium abgebrochen oder einen super Abschluss und sind wahre Techniknerds. So werden Start-Up-Gründer gerne beschrieben. Mythos oder Wahrheit?
Es ist ein bekanntes Klischee: Start-Up-Gründer sind nerdige Tüftler, die bei Nachtschichten in chaotischen Garagen weltbewegende neue Ideen erschaffen. Vor allem drei Eigenschaften werden Unternehmensgründern immer wieder zugeschrieben. Sie sind extrem jung, extrem technisch versiert – und wenn sie keine Studienabbrecher sind, haben sie einen hervorragenden Abschluss von einer prominenten Universität.

Die Schlussfolgerung ist naheliegend: Kandidaten mit diesem Profil müssen stärker gefördert werden – doch das ist offenbar Trugschluss.

Der durchschnittliche Gründer

Zwar erfüllen zwei der berühmtesten Unternehmensgründer der Geschichte, Bill Gates und Mark Zuckerberg diese Klischees – beide sind Uniabgänger mit abgebrochenem Studium in Informatik, verbrachten ihre Nächte tüftelnd in Garagen und gründeten riesige Unternehmen, ohne vorher je in einem gearbeitet zu haben.

Die Wissenschaft legt jedoch ein anderes Gründer-Profil nahe. Eine Forschergruppe um Michael Goodwin der Nonprofit-Organisation Endeavour wollte es genau wissen und schaute sich in einer Studie 1.600 Erstsemester an der Universität von New York an.

Das Ergebnis: Unternehmensgründungen von blutjungen Uniabgängern oder Studienabbrechern sind nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Der durchschnittliche Gründer ist demnach bei der Gründung eines Start-Ups 31 Jahre alt. 25 Prozent sind sogar älter als 35, wenn ihr Unternehmen auf den Markt kommt.

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