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Die wichtigsten Neuregelungen 2015
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Arbeitsrecht 2015

Diese neuen Gesetze müssen Sie kennen

von Tina Groll und Ulf Weigelt, zeit.de
Ob Mindestlohn oder Elterngeld: Für Arbeitnehmer gibt es 2015 einige Änderungen. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Neuregelungen vor.
Ab dem 1. Januar 2015 gilt der Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro pro Stunde. Dieser Lohn gilt für alle Arbeitnehmer, außer für Jugendliche unter 18 Jahren und ohne Berufsausbildung, Auszubildende und Ehrenamtliche. Auch Langzeitarbeitslose, die länger als ein Jahr ohne Job waren, dürfen in den ersten sechs Monaten im Beruf vom Mindestlohn ausgenommen werden.

Praktikanten

Praktikanten und Hospitanten dürfen sich freuen: Wer nach dem Studium ein Praktikum macht, muss den Mindestlohn erhalten. Es sei denn, es handelt sich um ein Pflichtpraktikum im Rahmen einer Ausbildung oder eines Studiums und das Praktikum dauert nicht länger als zwölf Wochen.

Zeitungszusteller

Für Zeitungszusteller gibt es eine stufenweise Anpassung: Sie erhalten im kommenden Jahr zunächst nur 75 Prozent vom Mindestlohn, ab 2016 dann 85 Prozent und erst 2017 den vollen Mindestlohn.

Gesetzesänderung für kurzfristige Beschäftigung

Mit dem Mindestlohn ändert sich außerdem die bisherige Grenze für kurzfristige Beschäftigung, die in § 8 Absatz 1 Nr. 2 SGB IV geregelt ist. Sie ist wichtig für saisonale Aushilfsjobs wie etwa Erntehelfer. Bislang konnten Arbeitgeber kurzfristig Beschäftigte maximal 50 Tage oder zwei Monate im Jahr beschäftigen. Ab Januar ist dies für 70 Tage oder drei Monate im Jahr möglich. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Die neuen Fristen gelten nur für kurzfristig Beschäftigte, die 2015 eine solche Tätigkeit aufnehmen. Wer seinen Aushilfsjob bereits vorher ausübte, darf diesen auch weiterhin nur zwei Monate oder 50 Tage lang ausüben.

Außerdem verlangt der Gesetzgeber künftig, dass sich "Kurzfristigkeit" aus der Art der Tätigkeit ergibt – eben weil Erntehelfer nur zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr gebraucht werden. Das muss auch vor Jobantritt schriftlich geregelt werden.

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