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Was muss im Arbeitsvertrag stehen
Bevor Sie unterschreiben, sollten Sie genau hinschauen, welche Tücken Ihr Arbeitsvertrag enthält.Foto: eccolo/Fotolia.com
Arbeitsrecht

Diese Fallen lauern im Arbeitsvertrag

Im Arbeitsvertrag lauern einige Tücken, die über Jobverlust, Boni und sogar künftige Stellen entscheiden. Worauf Arbeitnehmer achten sollten.
Beim Arbeitsvertrag gibt es weit mehr Punkte zu verhandeln, als nur das Gehalt: Altersvorsorge, Sonderzahlungen oder Kündigungsfristen sind dabei nur drei Beispiele. Bei vielen Klauseln lohnt es sich, die Vorgaben des Arbeitgebers hinzunehmen, rät der Fachanwalt für Arbeitsrecht Marc Repey: "Wenn der Arbeitnehmer an Klauseln mitschreibt, gelten sie nicht mehr als allgemeine Geschäftsbedingungen."

Denn nur allgemeine Geschäftsbedingungen sind gesetzlich geschützt. Für individuell ausgehandelte Vertragspunkte fällt dieser Schutz weg. "Die Hürden, um vor Gericht zu gewinnen, sind dann größer", sagt Repey, der für die Berliner Kanzlei Abeln Führungskräfte bei Streit mit ihrem Arbeitgeber vertritt. Daher kommt es auf möglichst genaue Formulierungen an, da sonst reichlich Fallstricke drohen.

Welche das sein können, haben wir im Folgenden zusammengestellt: Darauf sollten Sie im Arbeitsvertrag achten

Wofür werde ich eigentlich eingestellt?

Die meisten Arbeitgeber sträuben sich dagegen, Aufgaben vertraglich festzuhalten, weiß Arbeitsrechtsexperte Marc Repey: "Wenn der Arbeitgeber sich flexibel halten will, wird er das nicht definieren wollen." Oder er setzt eine allgemeine Formulierung durch, die ihm viel Spielraum lässt. Ansonsten hilft dem Arbeitgeber auch die sogenannte Versetzungsklausel, um dem Mitarbeiter trotzdem neue Funktionen zuzuweisen oder alte zu entziehen.

Darf mich mein Chef einfach versetzen?

Um die Funktion oder den Einsatzort von Mitarbeitern zu ändern, braucht es die Versetzungsklausel. Der Fachanwalt für Arbeitsrecht, Marc Repey, empfiehlt, diese weder zu verändern noch sie aus dem Vertrag streichen zu lassen. Denn eine individuelle Änderung der Verlagsklausel erschwert es Arbeitnehmern, erfolgreich vor Gericht gegen eine Versetzung vorzugehen. Nach einer beidseitigen Aushandlung gelten schließlich nicht mehr die gesetzlichen Regelungen für allgemeine Geschäftsbedingungen, die den Arbeitnehmern in der Regel in die Hände spielen. Eine Streichung der Versetzungsklausel durchzusetzen, ist jedoch auch keine Lösung, da sich das bei betriebsbedingten Kündigungen rächen kann. "Die Arbeitgeber muss die Versetzung dann als milderndes Mittel einsetzen, bevor es zur Kündigung kommt", erklärt Repey. Eine andere Stelle ist schließlich besser, als seinen Job zu verlieren.

Wie sind Prämien geregelt?

Sonderzahlungen sind immer ein großes Streitthema, weiß Arbeitsrechtsexperte Marc Repey. Diese werden in Verträgen in einer Klausel über das Fixgehalt, sowie einer zusätzlichen variablen Vergütung, festgehalten. Damit keine Unklarheiten entstehen, sollten Arbeitgeber und Angestellte zu Beginn jeden Jahres eine Zielvereinbarung treffen. "Dabei sollte sich niemand auf eine mündliche Zusage verlassen, sondern die Zielvereinbarung schriftlich festhalten", rät Repey. Darin sollten beide Seiten auch bestimmen, wie hoch die Prämie jeweils ausfällt, wenn der Mitarbeiter einen gewissen Prozentsatz des Ziels erreicht hat. Manche Chefs schieben diese Zielvereinbarung jedoch gerne auf die lange Bank und lassen sie unter den Tisch fallen. Dann müssen Mitarbeiter dran bleiben und ihr Nachhaken schriftlich festhalten, rät Rechtsanwalt Sebastian Frahm von der Stuttgarter Kanzlei Naegele: "Sollte es am Ende trotzdem nicht zur Zielvereinbarung kommen, bekommen die Mitarbeiter dann 100 Prozent der Prämie."

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