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Hierarchien im Job

Die Wirkung von Macht verstehen

Tina Groll, zeit.de
Macht ist im Joballtag allgegenwärtig. Wer versteht, wie sie funktioniert, kann sich besser positionieren. Wie Machtmechanismen wirken, erklärt ein neues Buch.

Wie funktioniert Macht? Was sind ihre Mechanismen, wie ist ihre Wirkung? Und warum scheinen manche fast wie von selbst mächtiger zu sein als andere? Der Managertrainer Reiner Neumann hat sich ausgiebig mit diesen Fragen beschäftigt. Er schult Vorstände, Geschäftsführer und Personen des öffentlichen Lebens. In seinem Buch "Die Macht der Macht" beschreibt er, wie Macht wirkt, psychologisch und strukturell.

Das Buch richtet sich vorrangig an Führungskräfte. Neumann gibt ihnen konkrete Tipps, wie sie sich verhalten und auftreten sollen. Aber auch jeder normale Mitarbeiter dürfte von der Lektüre profitieren. Der Autor beschreibt verständlich, wie Machtstrukturen entstehen und wie sie wirken. Auch stellt er für jeden anwendbar dar, wie man sich erfolgreich positionieren kann.

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Die Psychologie der Macht

Dabei hebt sich das Buch deutlich von den üblichen Karriereratgebern rund um das Thema Macht ab. Neumann zitiert aus einer Fülle von Büchern und greift auch schon mal auf Philosophen zurück, wie in der Einführung, in der die grundlegenden Definitionen des Machtbegriffs dargestellt werden. Er verweist etwa auf Max Weber, demzufolge Macht eine Chance ist, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstände durchzusetzen. Vor allem nähert sich der Autor dem Machtbegriff psychologisch. Für so gut wie jede Aussage führt er eine psychologische Studie heran. Das macht nicht nur Spaß zu lesen, es bildet auch

So verweist Neumann auf Untersuchungen wie die Studie der BWL-Professorin Sonia Bischoff, der zufolge attraktive Menschen als intelligenter und kompetenter gelten. Entsprechend findet man attraktive Menschen auch überdurchschnittlich oft in Führungspositionen. Das Gleiche gilt übrigens auch für Menschen mit einem akademischen Titel oder einem Adelstitel. Auch hier, so Neumann, greifen psychologische Effekte. Menschen mit Titeln oder klingenden Namen wird mehr Kompetenz zugesprochen als anderen.

Die Gefahr der Macht

Neumann führt außerdem aus, dass vor allem solche Menschen in Führungspositionen aufsteigen, für die Macht ein starkes Handlungsmotiv ist. Weil auf solche Menschen ein Top-Job, der entsprechende Status, aber auch Verantwortungs- und Gestaltungsspielraum besonders attraktiv wirkt, sind sie eher in Führungspositionen zu finden. Sie neigen aber auch dazu, die formale Macht einer Position mit ihrer Person zu verwechseln oder zu betonen, dass Macht eine ihrer persönlichen Eigenschaften sei.

Feldstudien von amerikanischen Psychologen stellen fest: Machtmenschen legen oft Verhaltensweisen an den Tag, die man eher von Soziopathen kennt. Wer Macht hat, neigt dazu, eher impulsiv zu handeln, andere Menschen körperlich unangemessen zu berühren, riskante Entscheidungen zu treffen und sich generell eher dominant zu verhalten. Das erklärt, warum es so oft zum Missbrauch von Macht kommt, zu sexueller Belästigung in der Arbeitswelt und auch, warum viele Machtmenschen oft das Maß verlieren und Firmenpleiten zu verantworten haben.


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