BASF-Vorstand Suckale
Die Vorstandsfrau des Jahrhunderts
Jürgen Salz, wiwo.de
Für die Bahn befriedete Margret Suckale einst den Lokführerstreik. Bei dem
Chemiekonzern leitet sie jetzt den Mega-Standort Ludwigshafen und das
Personal-Ressort. Die erste BASF-Vorstandsfrau ist überall im Werk zu finden.
Nach außen bleibt sie allerdings merkwürdig blass.

Margret Suckale, Arbeitsdirektorin und Mitglied des Vorstands bei BASF Foto: BASF
Diplomatie siegt
Auf die Sendung "Anne Will" wird Margret Suckale noch heute häufig angesprochen. Vor vier Jahren streitet sie sich dort vor laufenden Kameras mit Manfred Schell, dem damaligen Chef der Lokführergewerkschaft GDL. Suckale, damals Personalvorstand bei der Deutschen Bahn, führt die Streikverhandlungen.
31 Prozent mehr Lohn fordern die Lokführer, 1700 Züge stehen still. Statt ihres leicht reizbaren Chefs Hartmut Mehdorn tritt die zurückhaltende Suckale vor die Kameras.
Sie erträgt es, dass Schell sie öffentlich eine "Außerirdische" und "Super-Nanny" schimpft. Schell poltert, Suckale bleibt diplomatisch und beherrscht. Und hat Erfolg: Sie schafft es, Schell und seine Gewerkschaft zurück an den Verhandlungstisch zu bringen. Am Ende geben sich die Lokführer mit einer Erhöhung um elf Prozent zufrieden.
Imponieren ohne Imponiergehabe
Punktsieg. Ihr Auftritt erregt Aufsehen. Suckale erhält zahlreiche positive Zuschriften und Reaktionen. Eine kommt vom Chemiekonzern BASF.
Ihre Beharrlichkeit imponiert dem damaligen Vorstandschef Jürgen Hambrecht. "Auch Herr Schell hat natürlich dazu beigetragen, dass ich in den BASF-Vorstand gekommen bin", sagt Suckale und lacht.