Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Sinnfrage
Foto: Delphimages/Fotolia.com
Soziales Engagement

Die Sinnfrage

Claudia Obmann
Spenden allein reicht nicht mehr. Angestellte erwarten vom Arbeitgeber soziales Engagement.
Malaysische Manager der Allianz-Versicherung haben neuerdings einen Nebenjob: Sie lassen sich zu Verkehrssicherheits-Botschaftern schulen. Chin Chap Nguen, Vertriebschef im Bundesstaat Perak, hat einen solchen halbtägigen Kurs des Verkehrsministeriums absolviert.

Regelmäßig steht er nun zusammen mit Polizisten an stark befahrenen Straßen in der malaysischen Stadt Ipoh. Dort hält er Motorradfahrer ohne Kopfschutz an, warnt sie vor ihrem hohen Unfallrisiko und schenkt ihnen Helme. Inzwischen teilt Chin Chap Nguen auch noch gratis Kindersitze an Autofahrer aus.

Soziale Akteure

So wie in Malaysia engagieren sich in mehr als 30 Ländern Mitarbeiter des deutschen Versicherungskonzerns ehrenamtlich, um dabei zu helfen, die Zahl der Verkehrsopfer global zu senken. Unternehmen sind nicht nur ökonomische Akteure, sondern tragen auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Wenn über diese guten Taten auch noch publikumswirksam gesprochen wird, haben die Konzerne meist nichts dagegen.

Jeder kennt die Bilder von Gala-Veranstaltungen, wo Schecks für einen guten Zweck überreicht werden. Dabei geht es meistens um den guten Ruf, hier und da auch um Standortpflege. "Es reichte lange, hier ein Opernhaus zu fördern und da die freiwillige Feuerwehr. Eine globale Strategie und ein zentrales Management steckte aber nicht dahinter. Das hat sich grundlegend gewandelt", sagt Astrid Kaltenegger, die den Bereich "Allianz4Good" der Gruppe leitet. Sie fährt fort: "Heute schauen wir gezielt, wo wir unsere Expertise nutzbringend für die Gesellschaft beisteuern können."

"Corporate Volunteering"

Ihre Kollegen können sich außer zu Verkehrssicherheit und Unfallprävention auch dafür schulen lassen, Kindern und Teenagern den sinnvollen Umgang mit Geld beizubringen. Werbung für Allianz-Produkte ist dabei tabu. Diese Themen des "Corporate Volunteering"-Programms sind global festgelegt, aber die jeweiligen Aktionen vor Ort werden von den Mitarbeitern organisiert.

Inzwischen erwarten viele Beschäftigte von ihrem Arbeitgeber Einsatz für die Gesellschaft oder die Umwelt. So ergab eine Befragung durch das Weiterbildungsinstitut "die Führungskräfte" unter rund 440 Managern, dass 36,1 Prozent von ihnen bei der Wahl ihres Arbeitgebers auch auf die Ethik ihres Unternehmens geachtet haben. Für weitere 29,5 Prozent war das Unternehmensimage "zum Teil" wichtig.