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Frauen in Führung

Die Quote ist tot, es lebe die Quote

wiwo.de
EU-Kommissarin Viviane Reding gewährt Europas Unternehmen und Politikern nochmal eine kurze Verschnaufpause. Doch was sie will, ist jetzt schon klar: eine EU-weite Quote, legitimiert durch eine Bevölkerungsumfrage. Das ist keine gute Idee.

Foto: Yuri Arcurs/Fotolia

Entscheidung hängt von EU-Bevölkerung ab...

Uff, das Orakel hat gesprochen: EU-Justizkommissarin Viviane will keine Frauenquote, zumindest nicht sofort. Sie gewährt Europas Unternehmenslenkern und den nationalen Regierungen noch einmal eine kurze Verschnaufpause.

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Anstatt direkt den Gesetzgebungsprozess für eine EU-weite Frauenquote für Führungspositionen in Gang zu setzen, will sie noch einmal die Bevölkerung zu Rate ziehen. "Die öffentliche Konsultation dauert bis zum 28. Mai 2012", heißt es nüchtern im offiziellen Pressekommuniqué der Kommissarin.

Anschließend werde die Kommission über "die im weiteren Jahresverlauf erfolgenden Maßnahmen beschließen." Doch aufatmen können Europas Unternehmen und Politiker nur auf den ersten Blick.

... oder etwa nicht?

Denn was hier so geschwurbelt den scheinbar ergebnisoffenen Ausgang einer EU-Volksbefragung suggeriert, ist nichts anderes als die pseudo-demokratische Legitimierung eines längst beschlossenen Credos. Und das heißt nichts anderes als: Ihr Machos in den Vorstandsetagen, zieht euch warm an – denn die europäische Frauenquote kommt.

Da kann Reding noch so sehr betonen, dass sie kein Quotenfan sei. Denn in der Sache bleibt die Luxemburgerin hartnäckig wie eh und je. Weder lässt Reding sich in die Karten schauen, aus welchen Abstimmungsergebnissen sie welche Art von Maßnahmen ableiten würde. Noch verhehlt sie, dass sie die Wirkung einer Frauenquote durchaus schätze.


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