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Selbstständige

Die freiwillige Arbeitslosenversicherung

Tina Groll / Zeit.de
Selbstständige haben die Möglichkeit, sich freiwillig gegen Arbeitslosigkeit zu versichern. Doch gilt das für jeden Selbstständigen? Was kostet die Versicherung, und was bringt sie? Wir zeigen, wie sie funktioniert, und was zu beachten ist.
Die freiwillige Arbeitslosenversicherung wirft viele Fragen aufFoto: © mapoli-photo - Fotolia.com
Wer kann sich freiwillig versichern und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?Selbständige, Pflegepersonen und Arbeitnehmer, die im Ausland arbeiten, können freiwillig in die Arbeitslosenversicherung einzahlen. Allerdings ist dies nur möglich, wenn die Aufnahme der Tätigkeit nicht länger als einen Monat zurückliegt. Der Antrag wird bei der Arbeitsagentur des Wohnortes gestellt – und muss spätestens drei Monate, nachdem er beantragt wurde, ausgefüllt und abgegeben werden. Wichtig: Der Antragsteller muss einen Nachweis über seine Tätigkeit erbringen, also einen Gewerbeschein, einen Beleg von der Pflegekasse oder einen entsprechenden Arbeitsvertrag vorlegen. Wer ohnehin einen Antrag auf Existenzgründung stellt, braucht keine Nachweise einzureichen.

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Aber es gibt noch eine Hürde: Einen Anspruch auf die freiwillige Arbeitslosenversicherung haben nur solche Selbständige, Pflegepersonen und Auslandsbeschäftigte, die in den vergangenen zwei Jahren mindestens schon zwölf Monate lang in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, weil sie zuvor fest angestellt waren. Das heißt: Wer beispielsweise zuvor studiert oder eine schulische Ausbildung beendet hat und kein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis hatte, sondern sich gleich nach dem Abschluss selbständig macht, kommt leider gar nicht erst rein. Auch wer bereits seit langer Zeit selbständig ist, kann sich nicht freiwillig versichern. Ausgeschlossen sind auch Personen, die zuvor Arbeitslosengeld II bekommen haben.Insofern lohnt sich die freiwillige Arbeitslosenversicherung vor allem für Existenzgründer, die aus einer Festanstellung kommen oder aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen.Übrigens: Wer von seinem deutschen Unternehmen ins Ausland entsandt wird, braucht sich nicht freiwillig zu versichern – für ihn zahlt der Arbeitgeber ohnehin in die Arbeitslosenversicherung ein.Wie teuer ist die Versicherung im Monat?Die Kosten sind zum 1. Januar 2011 gestiegen. Pflegende müssen nun 7,67 Euro, statt 7,15 Euro in den alten und 6,72 Euro, statt 6,08 Euro in den neuen Bundesländern zahlen. Für Selbstständige und Auslandsbeschäftigte wird es deutlich teurer. Sie zahlten bislang einen monatlichen Beitrag von unter 18 Euro zur Arbeitslosenversicherung. Fortan werden Selbstständige in Westdeutschland 38,33 Euro und in Ostdeutschland 33,60 Euro im Monat bezahlen, für Auslandsbeschäftigte werden 38,33 Euro fällig.Wer bereits freiwillig versichert war, hat wegen der Erhöhung noch bis zum 31. März 2011 ein Sonderkündigungsrecht. Und: Die Agentur für Arbeit hat angekündigt, dass die Beiträge zum 1. Januar 2012 noch einmal um 100 Prozent ansteigen. Selbständige werden dann fast 80 Euro im Monat zahlen müssen.

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