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In Zukunft werden mehr Menschen selbstständig, flexibel und mobil arbeiten.
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Unruhige Verhältnisse

Die Freiheit der Arbeit

Tina Groll, zeit.de
In Zukunft werden mehr Menschen selbstständig, flexibel und mobil arbeiten. Aber wie vereinbart man das mit Familie? Freie Journalisten haben dafür heute schon Lösungen.
Wer wissen möchte, wie die Arbeitswelt von morgen aussieht, sollte sich in der Medienbranche und unter Kulturschaffenden umsehen. Festanstellungen werden rar, dafür steigt die Zahl der Soloselbstständigen – und Crowdworker. Sie haben mal alle Hände voll zu tun und arbeiten die Nächte durch, mal müssen sie um jeden Auftrag hart kämpfen und hadern mit der Frage, ob sie so überhaupt über die Runden kommen können. Ihr Einkommen variiert oft stark. Mal gibt es Geld, bisweilen sogar sehr viel Geld. Mal müssen lange Durststrecken überwunden werden.

Soloselbstständige in den Medien und in der Kulturbranche arbeiten hoch flexibel und oft mobil. Mehr als einen Laptop und ein Smartphone brauchen sie nicht, fertig ist das Ein-Personen-Büro. Dabei verwischen die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben zunehmend. Zukunftsforscher gehen davon aus, dass künftig ein Großteil aller Wissensarbeiter so arbeiten wird – eine Arbeitswelt könnte entstehen, in der die Starken die Aufträge ergattern und rund um die Uhr arbeiten, während die Schwachen untergehen.

Freelancer arbeiten nicht weniger, haben trotzdem Vorteile bei der Vereinbarkeit

Aber wie soll so ein Arbeitsleben mit Familie funktionieren? Das wollte die Friedrich-Ebert-Stiftung wissen und hat in einer Studie untersucht, ob den Soloselbstständigen die Balance zwischen Arbeit und Leben besser gelingt als jenen, die (noch) in einer klassischen Festanstellung beschäftigt sind. Die Initiatoren der Studie hoffen so Erkenntnisse für die Arbeitswelt von Morgen ableiten zu können.

Im Kulturbereich und Journalismus sind feste unbefristete Stellen hart umkämpft. Wer hier Karriere machen möchte, muss nicht nur sehr leistungsbereit sein. Auch überlange Arbeitstage gehören dazu. Erst Recht, wer den Aufstieg in eine der raren Führungspositionen schaffen möchte. Das ist kaum zu realisieren, wenn man kleine Kinder im betreuungsintensiven Alter hat.

Man könnte daher unterstellen, dass Freelancer in der Kultur- und Medienbranche sich auch deshalb bewusst für die Selbständigkeit entscheiden, um Familie haben zu können. Denn was sie eint, ist der große Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmtheit – und nach Zeitsouveränität. Die Studie zeigt jedoch: Bei den meisten hat sich die Soloselbstständigkeit eher so ergeben und war nicht bewusst als Modell für eine gute Vereinbarkeit geplant. Und: Die Soloselbstständigen arbeiten gar nicht viel weniger als die Festangestellten. Im Schnitt kommen beide Gruppen auf 42 Wochenstunden oder mehr. Trotzdem scheinen die Freelancer bei der Vereinbarkeit einen Vorteil zu haben – auf jeden Fall sind sie sogar ein Stückchen zufriedener als die Festangestellten.

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