Die ersten Tage im neuen Job sind entscheidend. Souveränes Auftreten und Authentizität sind wichtiger als fachlich vorzupreschen. Das gilt besonders für Führungskräfte.
Den Spagat schaffen zwischen vorsichtiger Zurückhaltung und freundlichem Engagement: Der erste Eindruck ist prägend. Foto: M. Rittmeier/Pixelio
Erstens Mensch sein, zweitens Mitarbeiter
Wo bin ich hier nur gelandet? Diese Frage hat sich Sandra Brandt an ihrem ersten Tag im neuen Job gestellt. Die Betriebswirtin und Steuerrechtlerin hatte bei einer mittelständischen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft angeheuert – als Teamleiterin. Doch wie sollte sie den neuen Kollegen und Mitarbeitern am ersten Tag begegnen? Distanziert? Herzlich? Sich alle Namen sofort merken, gleich das Du anbieten oder erst förmlich siezen?
Die 36-Jährige war aufgeregt. Eine ganz normale Situation. Denn der erste Tag im Job ist entscheidend. "Viele unterschätzen die Bedeutung des ersten Eindrucks. Binnen der ersten drei Sekunden machen wir uns ein Bild von einem Menschen, das für die Arbeitsbeziehung erst einmal prägend sein kann", sagt Carolin Lüdemann. Sie arbeitet als Trainerin für Führungskräfte und ist Mitglied im Deutschen Knigge-Rat.
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"Um miteinander gut arbeiten zu können, ist die zwischenmenschliche Chemie wichtig. Man sollte daher erst persönlich und dann fachlich ankommen", rät Lüdemann.
Meistens kommt es anders als gedacht
Sandra Brandt hatte sich vorgenommen, in den ersten Tagen zunächst zu beobachten, sich an den Chef zu halten und zu lernen. Erst dann wollte sie die Dinge langsam in die Hand nehmen. Doch dann lief der erste Tag anders als erwartet. Der Chef war plötzlich an Grippe erkrankt, seine Stellvertreterin kam erst am Nachmittag ins Büro. Und so fand sich Brandt wie bestellt und nicht abgeholt in der neuen Firma wieder.
Vor ihr standen die neuen Mitarbeiter. Jetzt musste Brandt agieren – und kam ins Schlingern. "Ich hatte Sorge, einen unsicheren Eindruck zu machen, der nachwirken würde", sagt die Betriebswirtin.
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