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Finanzbranche

Die Bezahlung stimmt

Gero Brandenburg
Das Image der Finanzbranche ist schwer angeschlagen. Dennoch sind Banken weiterhin recht sichere Arbeitgeber. Vor allem Absolventen streben nach den Stellen in den Kreditinsituten. Sie lockt die niedrige Arbeitslosenquote und die gute Bezahlung.
Banken: Trotz Imageproblem kaum NachwuchssorgenFoto: © jamesmawson - Fotolia.com
Der Finanzkrise folgt die Imagekrise. Und in dieser hilft offenbar eine gute Portion Ironie. "Wir Banker stehen laut einer Umfrage im Ansehen weit unten. Nach uns kommen nur Prostituierte und Drogendealer", scherzte Karl-Heinz Große Peclum von der Commerzbank auf einer Podiumsdiskussion an der Frankfurt School of Finance and Management und erntete zustimmendes Gelächter im Publikum.Die Branche hat zwar ein Imageproblem, aber kaum Sorgen damit. Mit der Rolle als Buhmann der Nation, so scheint es, hat sich die Zunft abgefunden. Zumal der Ruf nicht völlig lädiert ist: Als Arbeitgeber sind die Banken trotz massivem Stellenabbau seit Herbst 2008 für Absolventen hoch attraktiv. Und zumindest für junge Nachwuchskräfte auch offen und gut bezahlt.

Die besten Jobs von allen

Die Deutsche Bank etwa meldet gleichbleibend hohe Bewerberzahlen für ihre jährlich 200 Traineeplätze. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Sommer 2009 verbesserte sich das Institut im Trendence-Absolventenbarometer auf Platz fünf. 2008 hatte die Deutsche Bank auf dieser Liste der Wunscharbeitgeber noch Rang neun eingenommen. Die Deutsche Bank ist kein Ausreißer, auch andere Großbanken wie Targobank (früher Citibank) und Commerzbank bestätigen den Trend der vergangenen Jahre: Das Interesse der Bewerber sei unverändert hoch. Konkrete Zahlen will jedoch keines der Institute nennen.Dass die Finanzbranche bei Absolventen weiter hoch im Kurs steht, hat einen wichtigen Grund. Auch wenn es paradox klingt: Banker haben fast schon eine Jobgarantie. Zwar will zum Beispiel die Postbank in den nächsten drei Jahren 2000 Arbeitsplätze abbauen und führt die Integration der Dresdner in die Commerzbank in Deutschland zu einem Minus von 6500 Stellen. Doch Finanzkrise und Fusionen ändern nichts daran, dass die Arbeitslosenquote im Kreditgewerbe traditionell sehr gering ist.Die Bezahlung stimmt nach wie vorSelbst im August 2009 lag sie bei einem Prozent, deutlich unter der Quote der Gesamtwirtschaft von 8,3 Prozent. Die Prognosen sind günstig. "Der Arbeitsmarkt für Banker erholt sich zusehends", sagt Christian Umbs vom Personaldienstleister Robert Half.Diese Tendenz bestätigt auch der Jobmarkt-Index Frax (siehe Kasten). Stark nachgefragte Bereiche sind Risk Management, Sales, Real Estate und Asset Management. "Im Laufe des Jahres 2011 werden wohl die Beschäftigtenzahlen von 2008 erreicht", sagt Umbs. Damals waren in der Finanzbranche 700000 Mitarbeiter tätig.Doch Banker sind auch außerhalb der Institute begehrt. "Die Kompetenz und das Wissen der wirtschaftlichen Zusammenhänge wird in anderen Branchen hoch geschätzt. Wer eine Ausbildung zum Bankkaufmann macht, BWL studiert und drei Jahre Berufserfahrung hat, hat im Normalfall auf Jahrzehnte hinaus eine Beschäftigungsgarantie", sagt Dirk Rudolph von der Frankfurt School.Ein weiterer Pluspunkt für Bewerber ist die gute Bezahlung. Die Krise hat die Prämien schmelzen lassen, an den Einstiegsgehältern aber so gut wie nichts geändert. Die Vergütungsberatung Personalmarkt ermittelte als durchschnittliches Gehalt für einen Anlageberater 44655 Euro im Jahr 2009. Ein Jahr zuvor waren es noch knapp 44 000 Euro. An der Spitze der Einstiegsgehälter stehen Mitarbeiter der IT-Sicherheit, die 2009 durchschnittlich 49415 Euro erhielten. Bonuszahlungen kriegen Einsteiger meist noch nicht, doch sind zukünftige Boni ein wichtiger Anreiz.

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