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Thomas Hillek

"Die Arbeitsbereiche eines CFO haben sich verlagert"

Jens Konrad Fischer
Finanzvorstände, auch Chief Financial Officers genannt, haben in den letzten Jahren einen großen Machtzuwachs erfahren. Thomas Hillek, Partner der IT-Beratung IBM, hat sich in einer Studie mit dieser Entwicklung befasst. Im Interview spricht er über die Veränderungen.
Thomas Hillek untersuchte die Macht der CFOsFoto: © IBM
Herr Hillek, Sie haben herausgefunden, dass der Einfluss von Finanzvorständen auf zentrale Unternehmensentscheidungen in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Was bedeutet das konkret?
Die Arbeitsbereiche der CFOs haben sich verlagert. Vor allem mit dem Bereich Risikomanagement, der unternehmensweiten Datenintegration und der Geschäftsstrategie verbringen sie immer mehr Zeit.
Und vorher? Haben die CFOs sich da auf die Abwicklung von Transaktionen beschränkt?
Natürlich waren CFOs auch früher schon in andere Bereiche eingebunden, aber wesentlich weniger. Die Wirtschaftskrise hat hier eine deutliche Veränderung bewirkt: Heute stehen fast bei jeder Entscheidung erstmal die Kosten im Vordergrund.

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Und, wie kommen die CFOs mit ihrer neuen Rolle klar?
Da hat unsere Studie ein zwiespältiges Ergebnis erbracht. Denn in manchen Unternehmen sind die Finanzabteilungen wirklich deutlich effizienter geworden – während sie anderswo noch genauso arbeiten wie vor zehn Jahren.
Wo hat die Effizienzsteigerung funktioniert?
Es gibt einige zentrale Kriterien, die darüber entscheiden, ob eine Finanzabteilung effizient arbeiten kann. Wichtig ist die Frage, wie gut die Koordination zwischen der Finanzabteilung und anderen Unternehmensbereichen funktioniert. Oft mussten wir zum Beispiel feststellen, dass die Definition von Kennzahlen sich innerhalb eines Unternehmens stark unterscheidet. Das macht effizientes Controlling nahezu unmöglich.
Und, was raten Sie den Finanzvorständen?
Unterschätzen Sie nicht, wie stark ineffiziente Betriebsabläufe ihr Unternehmen lähmen! Denn dort, wo die Finanzabteilungen nicht effizient arbeiten, haben sie viel weniger Zeit, sich mit strategischen Fragen auseinanderzusetzen. Darunter leidet nicht nur die interne Wertschätzung des Finanzbereichs, sondern letztlich der gesamte Unternehmenserfolg.
Dieser Artikel ist erschienen am 14.04.2010

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