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Forschung und Innovation

Deutschland ist für Wissenschaftler nicht besonders attraktiv

Ferdinand Knauß, wiwo.de
Die Expertenkommission Forschung und Innovation mahnt die Bundesregierung, den Standort Deutschland für Wissenschaftler attraktiver zu machen. Seit Jahren geschieht auf diesem Feld so gut wie nichts.
Aus Deutschland wandern seit vielen Jahren mehr Wissenschaftler aus als einwandern oder wieder zurückkommen. Das ist ein Missstand, der als Beleg dafür genommen werden kann, dass der Wissenschaftsstandort Deutschland nicht zu den weltweit attraktivsten für Spitzenforscher gehört.

Was die Ökonomen der Expertenkommission Forschung und Innovation der Bundesregierung in ihrem am Mittwoch noch zu veröffentlichenden Gutachten anprangern, ist also alles andere als eine Sensation.

Die Klage über den so genannten Brain-Drain, den Gehirn-Verlust Deutschlands, gehört zum Standard-Repertoire der Kritiker hiesiger Wissenschaftspolitik. Dennoch ist es zu begrüßen, dass sie der Bundesregierung sagt: "Insbesondere für die Besten scheint das deutsche Forschungssystem derzeit nicht attraktiv genug zu sein." Natürlich darf sich keine deutsche Regierung damit abfinden, dass zwischen 1996 und 2011 zwar 19.521 publizierende Wissenschaftler zuwanderten, aber 23.460 abwanderten.

Gehälter und Rückholprogramme

Die Gründe dafür, dass manch einer der besonders erfolg- und aussichtsreichen Wissenschaftler bei Gelegenheit gerne an Universitäten in den USA, England oder auch der Schweiz wechselt, sind kein Geheimnis und sie sind auch durch Rückholprogramme der deutschen Bundesregierung wie das GAIN-Netzwerk in Nordamerika nicht aus der Welt zu schaffen. Mit dem Ansehen und der akademischen Atmosphäre von Harvard, Stanford, Oxford und Cambridge können auch die besten deutschen Unis nicht mithalten.

Die höheren Gehälter, die dort möglich sind, sind nur einer von mehreren Gründen, und vermutlich nicht der entscheidende. Hier verändert sich an deutschen Hochschulen aber auch schon viel. Es verdient längst nicht mehr jeder Professor gleich. Dennoch wird auch langfristig keine deutsche Hochschule finanziell mit den reichen, von milliardenschwerem Stiftungsvermögen getragenen amerikanischen Privathochschulen gleichziehen können.


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