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Lieber Urlaub als Job
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Neuer Arbeitsplatz

Deutsche vergleichen im Netz lieber Reisen statt Jobs

Ferdinand Knauß, wiwo.de
Stundenlang vergleichen die Deutschen im Netz irgendwelche Konsumgüter. Doch Stellenangebote haben für viele Nutzer nur geringe Priorität.
Die Deutschen nutzen das Internet nicht zuletzt als Forum zum Vergleich von Kaufangeboten. Durchschnittlich 6,7 Stunden im Monat verbringen deutsche Nutzer damit, in zahlreichen Portalen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden.

Spitzenreiter in der Gunst der Vergleicher sind elektronische Geräte (72 Prozent), Autos (64 Prozent), Reisen (63 Prozent) und Kredite (57 Prozent) und Hotels sowie Versicherungen.

Aber erst auf einem der hinteren Plätze landet der Job-Vergleich, wie eine aktuelle Befragung zeigt. In einer repräsentativen Umfrage unter 1.097 deutschen Bundesbürgern stellt das Karriereportal Monster fest, dass der Vergleich von Stellenangeboten nur bei 39 Prozent der Befragten Normalität ist. Deutlich mehr Deutsche nutzen das Internet, um elektronische Geräte (74 Prozent), Reisen (61 Prozent) oder Versicherungen (53 Prozent) zu vergleichen.

Gehalt und Wohnortnähe

Unter denen, die Jobangebote vergleichen sind das Gehalt mit 69 Prozent und die Entfernung zum Wohnort mit 62 Prozent die eindeutig beliebtesten Kriterien der Teilnehmer. Außerdem interessiert die Befragten, ob es Arbeitsplätze mit günstigeren Arbeitszeiten (56 Prozent) oder versierteren Kollegen und Vorgesetzten gibt (46 Prozent).

Eher weniger Bedeutung haben die Branche (35 Prozent), die Aufstiegschancen (30 Prozent) oder die Größe des Arbeitgebers (17 Prozent).

Frauen und Männer vergleichen anders

Männer und Frauen haben offenbar unterschiedliche Prioritäten bei der Stellensuche. Während Frauen mehr Wert auf Arbeitszeiten (59 Prozent gegen 51) und Entfernung zum Wohnort (64 Prozent gegen 61) legen, sind für Männer Branche (38 Prozent gegen 33) und Aufstiegschancen (33 Prozent gegen 27) wichtigere Kriterien.

Die Annahme, dass Menschen nur aus Unzufriedenheit einen Jobwechsel erwägen, wird durch die Befragten widerlegt. 56 Prozent der Teilnehmer zeigen sich "sehr zufrieden" (20 Prozent) sowie "eher zufrieden" (36 Prozent) in ihrer aktuellen Position.

Völlige Unzufriedenheit empfindet insgesamt nur ein Bruchteil von vier Prozent. Doch auch Zufriedenheit hält Arbeitnehmer offenbar nicht davon ab, sich auf dem Markt umzusehen.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 01.07.2013

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