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Positive Gedanken können eine Stresssituation entschärfen.
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Montagsfrust

Der schlimmste Tag der Woche

Teil 2: Motivationsschübe nach einem Wochenende sind wichtig

Denn wenn wir ehrlich sind, hat es nie bessere Arbeitsbedingungen gegeben als heute. Selbst in der produzierenden Industrie oder bei der Müllabfuhr gebe es hohe Sicherheits- und Hygienestandards, wie Bürgel sagt. "Die Crux ist, dass Arbeit etwas ist, das wir müssen, während Freizeit etwas ist, was wir wollen." Montags heißt es also in unserem Gehirn: Tschüss, fröhliche Selbstbestimmung, hallo Sklaverei. Wer mit solchen Gedanken in den Tag startet, den erwischt der Montagsblues mit voller Wucht – selbst an einem Mittwoch.

Um dem Ganzen zu entfliehen, braucht es eine Änderung der Einstellung, wie die Psychologin erklärt. "Unser Gehirn hat die Tendenz, sich auf Probleme zu konzentrieren." Wir nehmen Negatives stärker wahr als Positives, weil uns das in sehr früher Vorzeit das Leben gerettet hat.

Heute laufen wir zwar keine Gefahr, vom kaputten Drucker gefressen zu werden, weil wir uns von der Freude über die neue Kaffeemaschine ablenken lassen. Da unser Gehirn aber immer noch so funktioniert wie zu Säbelzahntigerzeiten, versaut uns der Drucker nachhaltig den Tag. Deshalb müssen wir uns laut Bürgel aktiv auf Positives konzentrieren. Ergebnisse aus der Hirnforschung belegen außerdem, dass positive Gedanken eine Stresssituation entschärfen können.

Wem im Stau sowohl Hut als auch Blutdruck hoch gehen, kann sich mit den schönen Urlaubserinnerungen selbst wieder abkühlen. Auf die gleiche Weise lässt sich der Montagsblues in den Griff bekommen. Nämlich, indem man sich nicht schon sonntags ausmalt, wie schrecklich alles wird, sondern an die Dinge denkt, die gut werden beziehungsweise Freude machen.

Mit positiven Gedanken gegen den Montagsfrust

Der Lieblingskollege kommt aus dem Abenteuerurlaub zurück? Das ist doch mehr wert, als der vermutlich immer noch kaputte Aufzug zur Büroetage. Freuen Sie sich lieber auf das kleine Fitnessprogramm beim Treppe steigen. Außerdem solle man sich selbst fragen, was einem am eigenen Job gefällt. "Auch wenn mehr als zwei Drittel der Deutschen sagen, sie haben keinen Lieblingsjob, gibt es an jedem Job etwas Attraktives", ist Bürgel überzeugt. "Finden Sie so viele angenehme Seiten an dem, was Sie tun, dass Sie sagen können 'Ich will heute arbeiten gehen'."

Sie rät außerdem dazu, ein Montagmorgenritual einzuführen, auf dass man sich schon sonntags freuen kann. "Oft springen wir montags auf den letzten Drücker aus dem Bett und dann müssen wir hetzen." Stattdessen solle man sich eine ausgiebige Dusche oder ein genussvolles Frühstück gönnen. Eben etwas, was die Laune hebt. Sich im Treppenhaus fertig anzuziehen und sich im Bus den Kaffee to go über das halb gebügelte Hemd zu schütten, bewirkt eher das Gegenteil.

"Jeder Mensch braucht ab und an kleine Motivationsschübe, um nach einem entspannten Wochenende wieder in den Arbeitsrhythmus reinzukommen - jedoch fällt das den Menschen einfacher, die die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit sehen und sich mit dem Unternehmen und der Tätigkeit identifizieren können.", sagt auch Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.

Dabei müssen wir uns allerdings immer neue Anreize suchen, wie Bürgel erklärt. "Das Dopamin flacht ab, wenn wir immer das Gleiche sehen. Unser Gehirn braucht ständig neue Impulse." Deshalb wird auch der Top-Job bei Google im traumhaften Team mit super Bezahlung nach einiger Zeit öde. Wer jeden Montag das gleiche opulente Frühstück auf den Tisch stellt, der wird sich schon nach wenigen Wochen genauso wenig darauf freuen, wie auf den Arbeitstag an sich.

Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 26.08.2016

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