Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Frauenquote
Foto: TEA / fotolia.com
Frauenquote

Der Mann im Rock gesucht

Kerstin Dämon, wiwo.de
Bis Ende September müssen die Dax-Konzerne bekannt geben, wie viele Frauen bei ihnen im Vorstand und im Aufsichtsrat sitzen sollen. KPMG hat deshalb nachgefragt, was die Konzerne von einer Führungsfrau erwarten.
Nach jahrelanger kontroverser Debatte ist die Frauenquote gesetzlich verankert. Bis zum 30. September 2015 müssen die Dax-Konzerne ihre Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat und Vorstand beschließen. Betroffen sind rund 3.500 Unternehmen. Bei 30 davon, nämlich den Dax-Konzernen, haben die Wirtschaftsprüfer von KPMG nun nachgefragt:

  • Wie bereiten sich die Unternehmen auf die Frauenquote vor?

  • Was behindert die Geschlechterparität?

  • Ist die geplante Mindestquote von 30 Prozent im Aufsichtsrat ab Januar 2016 zu erreichen? Sollen darüber hinaus noch mehr Frauen ins Aufsichtsgremium beordert werden? ?

  • Welche Eigenschaften und Erfahrungen braucht eine Vorstands- beziehungsweise Aufsichtsratskandidatin? ?

  • Wo findet man geeignete Kandidatinnen?

Aus zwei Dritteln der Dax30- Unternehmen haben Verantwortliche dazu online und in persönlichen Gesprächen ein Feedback gegeben. Und die Mehrheit ist immer noch skeptisch gegenüber der gesetzlichen Quote. Was auch daran liegen dürfte, dass Frauen in den Aufsichtsräten und Vorständen der Dax 30 immer noch Exoten sind – in den Aufsichtsräten der 200 größten Unternehmen in Deutschland sind 18,4 Prozent Frauen, in den Vorständen 5,4 Prozent – und die Konzerne nicht wissen, woher sie all die Frauen nehmen sollen, die sie künftig an die Spitze setzen sollen.
 
Allerdings bestehen große Unterschiede zwischen den einzelnen Unternehmen und Branchen: Bei Henkel, Munich Re oder Merck sind sogar mehr als 30 Prozent Frauen, bei Fresenius und Fresenius Medical Care gibt es dagegen keine einzige Frau im Vorstand.

Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick