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Aufstieg

Der kurze Weg nach oben

Manuel Heckel
Unternehmen mit wenigen Hierarchiestufen sind für viele Berufs Einsteiger attraktiv. Vor allem kleinere Firmen können punkten.

Foto: SergejKhackimullin/Fotolia.com

Verschlankung für den Erfolg

Genau 713 Stellenanzeigen zeigt ein Online-Portal für Berufseinsteiger mit Bachelor-Abschluss dem an, der das Stichwort "flache Hierarchie" eingibt. Ob Store-Manager im Handel, Projektleiter im Maschinenbau oder Softwareentwickler bei einem IT-Konzern: Alle potenziellen Arbeitgeber präsentieren sich den Bewerbern als Unternehmen mit kurzen Entscheidungswegen und großer eigener Verantwortung.

Die Firmen wissen, dass das im Ringen um Nachwuchskräfte zieht. "Wenn ein Mitarbeiter keine Verantwortung übertragen bekommt und sein Chef ihn bremst, verliert er die Motivation oder kündigt sogar", sagt Dieter Hohl, Inhaber der Personalberatung Impuls, "das kann sich heute keine Firma mehr leisten."

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Andererseits profitieren Firmen auch von kurzen Entscheidungswegen: "In Unternehmen mit flachen Hierarchien werden Talente schneller erkannt." So machen Unternehmen aus der Not eine Tugend und verschlanken unablässig ihre Organisation – um Kosten zu sparen, um schneller reagieren zu können und um clevere Köpfe anzuziehen.

Flache Hierarchien sind kein Wundermittel

"Man kann heute einfach nicht mehr von oben nach unten durchregieren", sagt Bennet van Well von der Strategieberatung Metaplan, "so schlau kann eine Führungskraft gar nicht sein." 

Die Experten warnen jedoch davor, flache Hierarchien generell als Heilmittel für Mitarbeitermotivation zu sehen. Dort, wo Führung im Alltag kaum sichtbar ist, kann auch Unsicherheit entstehen: Wer erteilt wem Anweisungen? Wer berichtet an wen? Gerade Berufseinsteiger fühlten sich in einer hierarchischen Organisation oft wohler, sagt Berater Hohl.

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