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Mein schlimmster Job

"Der Junge hat was Anständiges g'lernt!"

Mariam Schaghaghi
Rapper Thomas D. hat nicht immer mit Musik Geld verdient. Bevor er zehntausende Zuschauer auf Konzerte lockte, machte er eine Ausbildung zum Friseur. In dieser Zeit hatte er auch mal schwierige Kunden. Trotzdem stellt er heute fest: Handwerk hat goldenen Boden.
Thomas D. machte eine FriseurausbildungFoto: © DefNash
Ich hatte das Glück, nicht die schlimmsten Jobs der Welt machen zu müssen. Auch wenn es in meiner Karriere als Friseurlehrling sicher Momente gab, in denen ich persönlich gesagt habe: "Das ist jetzt der schlimmste Job überhaupt!"Ich erinnere mich an eine Frau, die einmal im Monat zu uns kam. Immer wenn sie aus unserem Salon hinausging, hatte sie einen akkurat geschnittenen und groß auftoupierten Pagenkopf. Und der war bei ihr so richtig buschig. Nach einem Monat war sie wieder da, und alle Haare lagen ganz glatt am Kopf an. Sie hat sie in der Zwischenzeit nicht einmal gewaschen!

Die besten Jobs von allen

Plötzlich waren alle beschäftigtSie hatte da eine ganz eigene Philosophie: Es sei ungesund, wenn man sich die Haare zu oft wäscht. Zu oft - das ist ein sehr relativer Begriff. Einmal im Monat kam sie also, zum Waschen, Schneiden und Auftoupieren. Es gab dann den Moment, wo alle Lehrlinge - ich war neu im Laden, gerade 17 Jahre alt - plötzlich dringend was zu tun hatten: "Du, ich muss mal an den Kunstkopf gehen und Dauerwellen üben" - das macht man nie!Der andere sagte: "Ich muss Handtücher waschen." Ich stand also allein am Waschbecken, die Frau kam rein und ich musste ran. Ich weiß noch, ich habe das Wasser auf den Kopf gegossen und es perlte einfach ab. Die Haare wurden gar nicht nass, die waren so fettig, dass das Wasser einfach abperlte, wie bei einem Auto, wenn da nach der Waschanlage die Kunst-Wachsschicht draufkommt. Das war Ekel erregend!Ich wollte Popstar werden und hatte zum Glück tolerante Eltern. Sie haben in bester schwäbischer Manier gesagt: "Der Junge hat was Anständiges g'lernt! Der kann jederzeit drauf zurückgreifen!" Auch wenn ich das nicht machen will und hoffentlich auch nie brauche, ist es doch keine verschwendete Zeit.Letztens habe ich meiner Tochter die Haare geschnitten. Meine Frau war skeptisch: "Bist du sicher, dass du das machen willst? Wenn ihr das nicht gefällt, dann ist sie die nächsten zwei Jahre sauer auf dich!" Ich erwiderte: "Sag mal, was ist los, ich hab des g'lernt, ich kann des!" Ich habe ihr eine Frisur verpasst, auf die alle stolz sind. Meine Tochter am meisten. Was du einmal gelernt hast, kannst du immer wieder anwenden, auch wenn's 20 Jahre später ist.Lesen Sie von anderen schlimmsten Jobs:Armin Rohde: Leiden für ein Mofa
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Dieser Artikel ist erschienen am 17.05.2010

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