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Ratgeber

Der erste Job? Jetzt die Finanzen regeln!

Ulrike Heitze
Versicherung, Vermögen, Gehalt: Beim Start ins Berufsleben muss sich so einiges ändern. Denn der neue Status "Arbeitnehmer" beschert einem nicht nur ein regelmäßiges Gehalt, sondern auch den Umstand, dass man sich um seine finanziellen Angelegenheiten selbst kümmern muss. Wir zeigen, was dringend ist.
Beim Berufseinstieg auf die Finanzen achtenFoto: © FrankU - Fotolia.com
Das Girokonto gab's für lau, und über die Eltern war man kostenlos krankenversichert; das Einzige, was einen in Sachen Finanzen wirklich interessierte, war die Frage, wie man mit dem wenigen Restgeld bis zum Monatsende über die Runden kam. Dieses wohlige Sich-um-nichts-kümmern-müssen aus der Studentenzeit endet mit dem Start ins Berufsleben. Denn der neue Status "Arbeitnehmer" beschert einem nicht nur endlich ein regelmäßiges Gehalt, sondern auch den Umstand, dass man sich jetzt um seine finanziellen Angelegenheiten selbst kümmern muss - wohl oder übel. Dabei gibt es Baustellen, die man zügig nach der Uni in Angriff nehmen muss, aber auch Bereiche, die zwar wichtig, die aber ein paar Jährchen warten können oder sogar ganz unwichtig sind, obwohl Finanzberater gerne das Gegenteil behaupten. Die folgende Übersicht zeigt, was es künftig alles zu regeln gibt - und was nicht:Infos für die Personalabteilung

Die besten Jobs von allen

Wer das erste Mal bei seinem neuen Unternehmen aufläuft, muss seine Kontonummer und seine Lohnsteuerkarte - die bekommt er beim Finanzamt am Wohnsitz - parat haben sowie Infos zur Krankenkasse und die Sozialversicherungsnummer. Diese fordert man bei der Krankenkasse an, sofern die Nummer nicht wegen früherer Jobs vorhanden ist. Wer Lust hat, kann sich auch schon mal mit der Altersvorsorge des Arbeitgebers vertraut machen. Not tut das allerdings nicht, denn meist gibt es die Leistungen eh erst nach einer gewissen Zeit im Unternehmen und darüber hinaus sollte man seine neuen Finanzen erst mal im Griff haben, bevor man sich an die Planung für die Rente macht.Interessant ist dagegen die Frage nach Vermögenswirksamen Leistungen. Das ist eine in Unternehmen häufig angebotene, aber von Mitarbeitern eher selten genutzte Sparform, bei der Firmen für ihre Belegschaft je nach Branche monatlich 6,45 bis 40 Euro pro Nase auf Bank- oder Fondssparpläne, Bausparverträge oder in Versicherungen überweisen. Der Chef zahlt sechs Jahre ein, ein weiteres ruht das Vermögen. Danach kann der Mitarbeiter frei über das Geld verfügen - ohne "eine müde Mark" eingezahlt zu haben.Die erste eigene FinanzstrategieAls oberste Maxime für Berufseinsteiger hat Tom Friess, Finanzplaner und Geschäftsleiter des VZ Vermögenszentrum in München, die Devise "Bloß nix überstürzen" ausgegeben: "Berufseinsteiger müssen in Sachen Sparen in den ersten sechs bis zwölf Monaten nicht viel mehr unternehmen, als einfach nur ihr neues Leben zu leben - und zu schauen, was sie so monatlich an Geld für ihren normalen Bedarf brauchen." Dabei muss niemand im kargen Studentendasein verharren, ein teures Luxusleben sollte man sich aber auch nicht gleich zulegen. Das setzt einen nur unnötig unter Verdienstdruck. Erst, wer ein bisschen Gefühl für den neuen Geldsegen entwickelt hat und weiß, was unterm Strich übrig bleibt, kann sich daranmachen, etwas davon beiseitezulegen.Sinnvollerweise schafft man sich am Anfang erst mal ein Finanzpolster in Höhe von zwei, drei Monatsgehältern, damit einen Autoreparaturen, Urlaube, Zahnkronen oder lecke Waschmaschinen nicht gleich in den teuren Dispo treiben. Grundsätzlich sollte man sich zwar im Laufe seines Lebens mehrere Finanztöpfe für verschiedene Zwecke - Kurzfristanlagen für den Urlaub, Mittelfristprodukte fürs Reihenhaus oder die Privatschule fürs Kind und Langfristvarianten für die Rente - zulegen und parallel besparen. Doch mangels Masse gilt das für die ersten Jahre im Job noch nicht. Hier reicht es, wenn man sich ein Ziel nach dem anderen vornimmt. Wer tatsächlich schon mal langsam in Sachen Rente loslegen will, ist in jungen Jahren mit einem flexibel einsetzbaren Fondssparplan besser bedient als zum Beispiel mit einer recht starren Rentenversicherung.Ein umfassendes Altersvorsorgepaket sollte sich noch niemand zulegen. Das schnürt die weitere Lebensplanung nur unnötig ein. Eilig dagegen sind die Studienaltlasten wie Bafög oder Studienkredite. Wer sich beim Tilgen sputet, bekommt Rabatte von bis zu 50 Prozent (Infos unter www.das-neue-bafoeg.de). Ebenfalls auf der To-do-Liste für Jobeinsteiger: ein günstiges Girokonto suchen, da die Gebührenfreiheit irgendwann ausläuft. Entsprechende Recherche-Tools bieten zum Beispiel www.forium.de und www.biallo.de. Bei der Auswahl unter anderem auf die Zahl und Verbreitung der kostenlos nutzbaren Geldautomaten achten, sonst wird die Geldbeschaffung auf (Dienst-)Reisen ein ständiger Akt.

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