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Nachfolgemanagement

Der Chef geht – das Image bleibt

Claudia Obmann
Der Ruf nach professionellem Nachfolgemanagement wird lauter – um Imageschäden zu vermeiden und Talente zu halten. Nur wenn Unternehmen konsequent strategisch vorgehen, können sie im entscheidenden Moment punktgenau reagieren.

Applestore Beijing. Foto: Apple

Gut geregelt – wie bei Apple

Wie wichtig eine geordnete Nachfolge an der Spitze für Unternehmen ist, hat nicht nur der Tod von Apples Firmengründer Steve Jobs gezeigt. Auch bei Weltkonzernen, bei denen sich der Firmenchef auf den Ruhestand vorbereitet, wie etwa bei 3M – wo sich Chef George Buckley im Februar 2012 mit 65 Jahren verabschieden wird –, spielt das Thema eine wichtige Rolle.

Zwar wäre zu erwarten, dass sich vor allem große Unternehmen umfassend auf Vakanzen an ihrer Spitze vorbereiten, doch die Realität sieht noch ganz anders aus, wie etliche aktuelle Fälle zeigen: etwa das Vorgehen von Hewlett-Packard, wo sich in kurzer Folge mehrere Chefs inklusive des deutschen Managers Leo Apotheker an der Spitze versuchten. Oder auch in Deutschland, wo das Gezerre mächtiger Männer um die Nachfolge von Josef Ackermann bei der Deutschen Bank ganze Gazetten füllte, und das Gezerre um die Vertragsverlängerung von Eckhard Cordes bei der Metro für Kopfschütteln sorgte.

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Schlecht geregelt – ein Offenbarungseid

Das beschert nicht nur Imageschäden und lähmt mitunter die Mitarbeiter, sondern "fehlendes Nachfolgemanagement ist auch der Offenbarungseid für einen Aufsichtsratsvorsitzenden", kommentiert Stefan Fischhuber, Geschäftsführer der Kienbaum Executive Consultants, den Murks an den Schaltstellen der Macht.

Fischhuber, der Unternehmen bei der Besetzung von Aufsichtsräten, Vorstands- und Geschäftsführungspositionen berät, beobachtet, dass Aufseher inzwischen immer öfter vom Management Auskunft verlangen, wie kritische Vakanzen für den Fall der Fälle zu füllen wären.


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