Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Mein schlimmster Job

Das Ü-Ei des Kolumbus

Mariam Schaghaghi
Barbara Schöneberger tritt nie wieder verkleidet auf. Auf einer Farben-Messe musste sie Werbung für Kellersanierungen machen - im Christoph-Kolumbus-Outfit. Vier Tage lang trug die Moderatorin Pumphose, Hut und spitze Schuhe. Seitdem hat sie ein Kostüm-Trauma.
Barbara Schöneberger trägt nie wieder KostümeFoto: © Bente Schipp
Mein schlimmster Job ist eindeutig: Ich musste mal als Christoph Kolumbus verkleidet auf einer Farben-Messe in Köln arbeiten. Das war vor etwa zehn Jahren, ganz zu Beginn meiner Moderatorentätigkeit. Ich wurde für meine damaligen Verhältnisse für wahnsinnig viel Geld angeheuert. Auftraggeber war eine Firma, die ihre neuen Aufgabengebiete darstellen wollte. Das sollte bildlich passieren. Und zwar durch mich.Nachdem sich dieses Unternehmen jahrelang nur um Bedarf für Anstrich und Fassadenbau gekümmert hatte, hatte es jetzt den neuen Themenbereich Kellersanierung in sein Angebotsspektrum aufgenommen. Und allen Malern, Anstreichern und Kellersanierern, die auf der Messe zu Gast waren, sollte ich jetzt sagen: ,So, wie damals Christoph Kolumbus Amerika entdeckte, so entdeckt die Firma XY für Sie neue Arbeitsfelder!‘ Nämlich besagte Kellersanierung. Samt der dafür benötigten Fachutensilien von der Firma XY.

Die besten Jobs von allen

Ich fand die Nummer erst mal ganz schick und hatte mir tolle Klamotten mitgebracht, die - wie ich fand - auch perfekt zur ,Farben 99‘, so der Name dieser Messe, passten. Eine genaue Vorstellung davon, was dort abgehen würde, hatte ich nicht. Ich dachte, ich moderiere da mal so locker durch den Tag.Kolumbus, Amerika und neue MärkteAls ich dann aber in Köln auf der Messe ankam, drückte mir jemand ein Christoph-Kolumbus-Kostüm in die Hand und sagte, ich solle dauernd deklamieren: ,Christoph Kolumbus entdeckte Amerika! Und genau so entdecken wir für Sie neue Märkte!‘ Fortan sah man mich in einer lustigen Pumphose, mit weißen Strümpfen und komischen spitzen Schuhen, und über allem hing ein Gehrock. Nicht zu vergessen ein neckischer Dreizack und eine Perücke, die an dem Hut befestigt war.Ich habe mich so unglaublich unwohl gefühlt. Die Messe ging über vier Tage, nd ich musste 16 mal am Tag die Christoph-Kolumbus-Show bringen! Es gab dann auch noch das ,Ei des Kolumbus‘. Das war ein Quiz, ich musste Fragen stellen und für die richtige Antwort dann ein Überraschungsei verschenken. Es war alles so schrecklich! Ich hatte auch so ein Fernrohr, mit dem ich dann immer in die Ferne schauen sollte wie Kolumbus.Meine Lehre daraus war, ganz ehrlich: Ich mache nie mehr einen Job, bei dem ich nicht meine eigenen mitgebrachten Klamotten anziehen darf! Nie, nie, nie wieder einen Job mit Verkleidung! Das habe ich mir damals geschworen. Und bisher habe ich das auch durchgehalten.“Zur Person
Barbara Schöneberger, 35, moderiert die "NDR Talkshow", singt Schlager, geht mit ihrer Show im November auf Tour und hat der animierten Wieseldame Wilma in dem Film "Niko - Ein Rentier hebt ab" ihre Stimme geliehen (Start: 5.11.).
Lesen Sie weitere Geschichten über die Horrorjobs der Promis:Otto Waalkes: Nach Schwindelei nicht schwindelfreiMichael Ballhaus: Böse Erinnerungen an "Wild Wild West"
Dieser Artikel ist erschienen am 01.11.2009

Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick