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Autoritärer Chef
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Manipulative Chefs

Das kleine Machiavellisten-ABC

von Lin Freitag, wiwo.de
Machthungrig, knallhart, mitunter skrupellos: Der Machiavellist ist in deutschen Chefetagen keine Seltenheit. Psychologe Christian Montag erklärt, wann dieser Führungstyp zur Belastung wird – und was man von ihm lernen kann.
Der Machiavellist gilt als durchsetzungsstark und machtbewusst. Um seine Ziele zu erreichen, verstößt er auch gegen Recht und Moral. Im Berufsleben bringt das doch bestimmt viele Vorteile?

Dieser Frage ist man schon in zahlreichen Studien nachgegangen, allerdings ohne empirisch eindeutigen Befund. Ob ein Machiavellist berufliche Vorteile hat oder nicht, ist beispielsweise stark von der Branche und dem Job abhängig. So konnte Studien nachweisen, dass Verkäufer mit machiavellistischen Zügen mehr Grundstücke oder Beispiel mehr Autos verkaufen. Aber grundsätzlich fallen Machiavellisten auch häufig auf die Nase, gerade wenn sie Führungsverantwortung haben. Beispielsweise werden sie dann – wenig verwunderlich – schlecht mit Hinblick auf ihre Managementfähigkeiten bewertet.

Weil die Mitarbeiter unter ihnen leiden?

Nicht nur die Mitarbeiter, auch das Unternehmen. Zum einen ist es teuer, die richtigen Kandidaten für einen solchen Führungs-Posten zu gewinnen. Wenn sich der Wunschkandidat dann als Machiavellist entpuppt und durch sein rein eigennütziges Verhalten vielleicht auch noch andere Mitarbeiter vergrault, ist das richtig ärgerlich für das Unternehmen. Aber andererseits gibt es sicherlich auch Zeiten, in denen eher Machiavellisten gefragt sind, zum Beispiel wenn ein knallharter Sanierer gebraucht wird.

Also schlägt in Krisenzeiten die Stunde des Machiavellisten?

Ein Machiavellist kann eine solche Umstrukturierung möglicherweise nüchterner und vielleicht auch konsequenter vorantreiben als jemand, der sehr empathisch ist. Grundsätzlich unterliegt der Führungsstil, der gerade en vogue ist auch immer dem Zeitgeist. Vor der Finanzkrise war häufiger der machtbewusste Alleinentscheider gefragt, der schalten und walten konnte, wie er wollte. Nun gibt es für Führungskräfte zum Glück auch mehr (ethische) Regularien. Zusätzlich müssen die Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels ihren potenziellen Mitarbeitern das Rundum-Wohlfühl-Paket liefern. Ein Machiavellist als Chef passt da nicht so richtig rein.

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