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Frauenquote
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Frauenquote

Das Jahr der Frauen?

wiwo.de, dpa, rtr
Seit dem 1. Januar gilt nun die Frauenquote: Ein Drittel der Aufsichtsratsmitglieder von mehr als 100 börsennotierter Unternehmen muss weiblich sein. Dass das Ziel nicht alle erreichen, war schon vorher klar.
2016 könnte das Jahr der Frauen werden: Grundsätzlich gilt ab 1. Januar für 101 börsennotierte, voll mitbestimmungspflichtige Unternehmen die Frauenquote für Führungspositionen. Bei Neubesetzungen im Aufsichtsrat muss sichergestellt werden, dass mindestens 30 Prozent der Posten von Frauen besetzt werden. Wird der Anteil nicht erreicht, bleiben die Stühle leer. Außerdem müssen diese Firmen sowie rund 3500 weitere Unternehmen Zielvorgaben für den Frauenanteil im Vorstand und in zwei weiteren Führungsetagen veröffentlichen. Für die "Zielvorgabe null" gibt es allerdings keine Sanktionen.

Das dürfte einige freue. Wie nämlich schon zwei Tage vor Weihnachten absehbar war, haben einige Unternehmen die Zielvorgabe nicht einhalten können. Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius und die Beteiligungsgesellschaft Porsche Automobil Holding beispielsweise haben immer noch keine Frau im Aufsichtsrat – vom Vorstand ganz zu schweigen. Da das Christkind keinem der Unternehmen noch rechtzeitig ein Frau unter den Baum gelegt hat, liegt der weibliche Anteil in den Kontrollgremien durchschnittlich bei 22 Prozent, bei fast einem Fünftel beträgt er nicht einmal zehn Prozent.

Betriebsvereinbarungen zu höherem Frauenanteil

Es gibt jedoch auch Positivbeispiele: Bei Henkel sind 44 Prozent der Führungskräfte weiblich und auch beim Autobauer Daimler – fünf der 20 Aufsichtsräte sind Frauen – will man in punkto Diversität in diesem Jahr etwas verbessern und den Frauenanteil in der Belegschaft weiter erhöhen.

"Wir haben den Korridor für die Gesamtbelegschaft auf 15 bis 18 Prozent hochgesetzt – bislang lag er bei 12,5 bis 15 Prozent", sagte Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth der Deutschen Presse-Agentur. Eine entsprechende Betriebsvereinbarung sei mit den Betriebsräten kurz vor Weihnachten geschlossen worden. Im Durchschnitt liege der Anteil weiblicher Mitarbeiter derzeit bei 14,9 Prozent. Bei den Führungskräften sind es mehr als 14 Prozent. Bis 2020 sollen es 20 Prozent sein.

Auch bei den Auszubildenden will der Dax-Konzern mehr Frauen beschäftigen. "In der technischen Ausbildung werden wir den Prozentsatz von Frauen auf 14 bis 17 Prozent erhöhen", sagte Porth. "Generell, also zusammen mit der kaufmännischen Ausbildung, liegt der Zielkorridor jetzt bei 23 bis 27 Prozent."

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 10.01.2016

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