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Top-Gehälter
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Top-Gehälter

Das Gesamt-Paket entscheidet

Teil 4: Darum zahlen namhafte Unternehmen tendenziell schlechter

Unternehmen an den begehrten Standorten – Berlin, Hamburg, Köln, München, Frankfurt – müssen ihre Bewerber nicht mit Geld locken. Schließlich zieht es vor allem junge Leute in die Metropolen. Und es zieht sie zu den Global Playern mit dem großen Namen: BMW ist angesagt, Audi, Porsche, Google. Dass der Traumarbeitgeber ein Weltkonzern sein muss und kein Mittelständler, belegt das WirtschaftsWoche-Arbeitgeber-Ranking jedes Jahr aufs Neue.

Angebot und Nachfrage regeln allerdings nicht nur bei Gütern und Dienstleistungen den Preis, sie wirken sich auch auf Gehälter aus. Haussmann ist überzeugt, dass gute, namhafte Unternehmen tendenziell eher schlechter bezahlen – weil sie es sich leisten können. "Natürlich gibt es branchenabhängige und regionale Unterschiede, aber solange die Leute kommen, ändern Unternehmen ihre Vergütungsstrukturen nicht." Schließlich seien die Vergütungsstrukturen in den meisten Unternehmen mehr oder weniger historisch gewachsen.

Das Gesamtpaket entscheidet

Und: "Weil das Personalbudget begrenzt ist, sind die Gehälter niedriger, wenn es mehr Sozialleistungen gibt." Je mehr ein Unternehmen also für betriebliche Altersvorsorge, Jobticket, Zuschuss zum Fitness-Studio und sonstiges ausgibt, desto weniger bleibt für das eigentliche Gehalt übrig. Das sei laut Haussmann aber auch gar nicht weiter tragisch. "Ein Unterschied zwischen 50.000 Euro und 70.000 Euro Jahresgehalt ist natürlich ein Wort, aber bei einer Differenz zwischen 50.000 Euro und 55.000 Euro gewinnt der Arbeitgeber mit dem attraktiveren Gesamtpaket." Ergo: Fitness-Studio und Jobticket sind letztlich Trumpf. Haussmann: "Auch wenn Daimler x bezahlt und BMW x plus fünf Prozent, wechselt trotzdem keiner, denn ein solcher Unterschied ist einfach zu gering."

Hinzu komme, dass kein Unternehmen es sich leisten könnte, den Mitarbeitern 15 Prozent mehr zu zahlen, weil es ein anderes Unternehmen aus derselben Branche so handhabt. Und gerade die Beliebtheit der Dax-Konzerne zeigt: Wenn die Marke stimmt, ist das auch gar nicht nötig.

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