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Top-Gehälter
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Top-Gehälter

Das Gesamt-Paket entscheidet

Teil 2: Große Gehaltsgefälle

Das Ergebnis: Beschäftigte in der Pharmaindustrie bekommen durchschnittlich 20 Prozent mehr Gehalt als in anderen Branchen, danach kommen die Chemiebranche und der Halbleitersektor, die jeweils 19 Prozent über dem durchschnittlichen Gehalt liegen. Ganz schlecht sieht es in der Call-Centerbranche aus. Wer hier Abteilungsleiter oder Sekretärin ist, verdient 34 Prozent weniger als der Durchschnitt.

"Es gibt innerhalb einzelner Branchen durchaus Gehaltsunterschiede von 40 bis 50 Prozent zwischen dem unteren und dem oberen Quartil", bestätigt auch Thomas Haussmann, Vergütungsexperte der Personalberatung Hay-Group. Heißt: Der Gehaltsunterschied zwischen dem Viertel der Unternehmen, die unterdurchschnittlich zahlen und dem Viertel der Unternehmen, die überdurchschnittlich zahlen, kann bis zu 50 Prozent betragen. Oder, wie Haussmann vorrechnet: "Man kann durchaus in einem Unternehmen, das sehr schlecht bezahlt, 80.000 Euro verdienen und in einem anderen Unternehmen, das sehr gut bezahlt, 112.00 Euro."

Hochtechnisierte Branchen zahlen gut

Dafür gibt es natürlich Gründe: "Der starke Einfluss von Branchen wie der Pharma- oder Chemieindustrie liegt am hohen Ausbildungsstand der Beschäftigten und dem Wettbewerb um Spezialisten auf dem Markt", sagt Tim Böger, Geschäftsführer von Compensation Partner. Dies wirke sich auch auf die Gehälter von Beschäftigten ohne spezielle Ausbildung aus. Wenn die Spezialisten mit 10.000 Euro im Monat nach Hause gehen, bekommen auch Sekretärinnen und Sekretäre oder Angestellte in der Buchhaltung einen höheren Lohn als in anderen Branchen.

Löhne sind hierarchieabhängig

In der Callcenter- und Gastronomiebranche, wo sehr viele ungelernte Kräfte tätig sind, ermittelten die Vergütungsberater negative Brancheneinflüsse, die bis zu ein Drittel des Gehalts ausmachen. "In schwächeren Branchen werden an die meisten Stellen geringere Anforderungen gestellt. Die Nachfrage nach diesen Jobs ist jedoch verhältnismäßig groß, weswegen sich die Gehälter auf einem niedrigeren Niveau befinden", sagt Böger.

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