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Technik am Arbeitsplatz

Das Ende der IT-Diktatur

Thomas Stölzel, wiwo.de
Immer mehr Unternehmen wollen Talente anlocken, indem sie private Laptops und Smartphones im Job zulassen. Doch allzu oft scheitert das Vorhaben.

Foto: wagg66/SXC

Test im öffentlichen Dienst

Eigentlich sind Oostzaan und Wormerland zwei gewöhnliche Gemeinden in Nordholland. Und doch genießen Beamte und städtische Angestellte dort ein wohl einmaliges Privileg im öffentlichen Dienst: Seit Januar überlässt es ihnen die Verwaltung, welches Smartphone, welchen Laptop, welchen Tablet-Rechner sie für die tägliche Arbeit nutzen.

Über ein Netz drahtloser Internet-Verbindungen können etwa Ordnungs- und Bauamtsmitarbeiter jederzeit mit ihrem privaten Gerät auf die Gemeindesoftware zugreifen. Egal, ob es ein iPhone oder Blackberry ist, ein Apple MacBook oder Microsoft-Windows-Laptop.

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Für den Einsatz ihrer privat angeschafften Technik bekommen sie jährlich 450 Euro überwiesen. Die Resonanz ist überwältigend: 64 Prozent der 1500 Mitarbeiter machen bei dem freiwilligen Projekt mit.

Selbst wenn diese von Fachleuten „Bring Your Own Device“ genannte Strategie im öffentlichen Dienst vorerst die Ausnahme bleibt – in der Privatwirtschaft sorgt sie zunehmend für Interesse. Auch hierzulande.

Pilotversuche in der Privatwirtschaft

So experimentiert der Chemieriese Bayer schon seit einer Weile mit von Mitarbeitern mitgebrachten Laptops. Der Walldorfer Softwareriese SAP startete vor wenigen Tagen einen Pilotversuch, in dem er Beschäftigten in Asien erlaubt, eigene Tablets und Smartphones zu nutzen. Mittelfristig soll dies für den ganzen Konzern gelten.

Befeuert wird der Trend unter anderem durch den sich zuspitzenden Mangel junger, hoch qualifizierter Talente. Um die anzulocken, erlauben mehr und mehr Chefs, die von daheim gewohnte Technik im Job zu nutzen – auch, weil die eigene selten mithalten kann.


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