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Darf der Chef den Nebenjob verbieten?
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Zweitjob

Darf der Chef den Nebenjob verbieten?

Teil 2: Wo fängt die Konkurrenz an?

So ist durchaus denkbar, dass die Köchin eines Restaurants, die den Gästen gegenüber nicht direkt in Erscheinung tritt, als Servicekraft in einem anderen Restaurant arbeiten darf. Allerdings könnte der Arbeitgeber dagegen argumentieren, dass die Köchin Interna aus ihrem Betrieb an die Konkurrenz verrät. Denkbar ist auch, dass ein Manager nicht als freier Unternehmensberater für ein Konkurrenzunternehmen tätig sein darf. Eine solche Frage muss je nach Einzelfall geklärt werden.

Knackpunkte Höchstarbeitszeit und Arbeitsfähigkeit

Verbieten kann der Arbeitgeber einen Nebenjob ansonsten nur, wenn er nachweisen kann, dass sein Arbeitnehmer regelmäßig die zulässige wöchentliche Höchstarbeitszeit überschreitet – oder die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit von elf Stunden zwischen den Arbeitseinsätzen nicht einhält. Hier steht der Arbeitgeber in der sogenannten Fürsorgepflicht für seinen Mitarbeiter. Und das bedeutet für jemanden, der regelmäßig Spätdienste und Nachtschichten in seinem Hauptjob übernehmen muss, dass er für eine weitere Tätigkeit mit Spätschicht oder Nachtarbeit seine Einsätze so legen muss, dass es zu keinen Überschneidungen kommt.

Wichtig ist, stets darauf zu achten, dass der Hauptarbeitgeber nicht die Arbeitsfähigkeit durch die Nebentätigkeit beeinträchtigt sieht. Den Beweis dafür müsste übrigens der Arbeitgeber führen – und das ist in der Regel nur dann möglich, wenn er zu illegalen Mitteln wie dem Einsatz von Detektiven greift.

Nebentätigkeiten besser direkt abklären

Am sichersten gehen daher beide Seiten vor, wenn sie im Voraus schriftlich klären, was für eine Nebentätigkeit aufgenommen wird und unter welchen Umständen diese erlaubt ist.

Zuerst veröffentlicht auf zeit.de
Dieser Artikel ist erschienen am 29.12.2015

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