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Coach mich, Pferdchen!
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Weiterbildung

Coach mich, Pferdchen!

Tina Groll, zeit.de
Die richtige Kommunikation und eine angemessene Körpersprache sind für Führungskräfte wichtig. Aber wie lernt man nonverbale Kommunikation? Mit Pferden.
Ein düsterer Wintermorgen in Beeskow in Brandenburg, Nebel steigt über Wiesen auf, auf denen Pferde mit dickem Winterfell grasen. Sie gehören Steffen Krukal, einem gebürtigen Süddeutschen, der vor 15 Jahren in dem Dorf bei Berlin einen alten Hof gekauft hat.

Krukal ist eine Art Pferdeflüsterer, auch wenn er den Begriff nicht leiden kann. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein Aussteiger: Er trägt einen Cowboyhut und trotz winterlicher Temperaturen nur eine Jeans und eine leichte Jacke. So steht er auf der Weide, während seine Pferde langsam auf ihn zu trotten. Heute werden sie einiges zu tun bekommen. Krukal bietet auf seinem Hof Kommunikationstraining mit Pferden an.

Spieglein, Spieglein auf der Weide

"Pferde sind wie ein Spiegel", sagt er. "Sie geben unmittelbar und ehrlich Feedback." An diesem Tag hat sich eine Gruppe Mitarbeiter und Studierende der Universität Viadrina aus Frankfurt an der Oder für ein Tagesseminar angemeldet. Einige wollen herausfinden, wie sie in Konfliktsituationen kommunizieren, andere möchten wissen, warum sie sich bei Gruppenarbeit nicht durchsetzen können oder welche nonverbalen Signale sie unbewusst aussenden.

Wie soll das mit Pferden gehen? Die Tiere können schließlich nicht sprechen. "Sie reagieren wie ein Seismograph auf die menschliche Körpersprache, auf Gestik, Mimik", sagt Krukal. "Sie merken, ob jemand sicher oder unsicher ist." Als Herdentiere wollen sie geführt werden und brauchen Sicherheit. Heute sollen wir lernen, allein durch unsere Körpersprache zu führen.

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