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Titelschwindel

Chinesischer Top-Manager am Pranger

Finn Mayer-Kuckuk
Noch in seiner Zeit als Chef von Microsoft China schrieb Tang Jun mehrere Karriere-Bestseller. Jetzt muss er um seine eigene Laufbahn fürchten. Der bestbezahlte Manager Chinas steht wegen Abschlussfälschung am Pranger. Sein Ruf ist bereits jetzt ruiniert.
Chinesischer Top-Manager Tang JunFoto: © AWN
Noch in seiner Zeit als Chef von Microsoft China schrieb Tang Jun mehrere Karriere-Bestseller. Die höchste Auflage erreichte „Mein Erfolg kann kopiert werden!“ Ausgerechnet mit diesem Buch fingen nun vor zwei Wochen echte Probleme an, die ihn sogar die Karriere kosten könnten. Denn Tangs Ruf ist komplett ruiniert. In seinem Bestseller behauptete der Manager, im Jahr 1984 einen Doktortitel am California Institute of Technology (Caltech) erworben zu haben. Außerdem habe er in den USA Firmen geleitet und halte dort Patentrechte.Doch das stimmt alles nicht, wie Chinas selbst ernannter Wissenschaftspolizist Fang Zhouzi herausfand.

Die besten Jobs von allen

Fang prüft systematisch die Angaben in den Lebenläufen prominenter Unternehmer. In China ist ein prestigeträchtiger Abschluss von einer Edel-Uni dermaßen wichtig, dass Bewerber auf allen Ebenen betrügen und fälschen. Im Uni-Büro des Caltech gebe es keine Eintragung zu Tang, schrieb Fang nach einigen Anrufen in Amerika in seinem Blog.Seitdem ist in China die Aufregung groß, denn Tang ist ein echter Wirtschafts-Promi. Auch nach seinem Ausscheiden bei Microsoft ging es immer weiter nach oben. Er ist heute Chef des großen Mischkonzerns Xin Hua Du Industrial Group. Ein Wirtschaftsmagazin identifzierte ihn zudem als Chinas bestbezahlten Manager. Tang verdient über zehn Mio. Euro im Jahr.

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