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Krank im Job
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Krank im Job

Chefs erwarten Anwesenheit

Teil 2: Der Leistungsdruck frisst seine Kinder

Dies habe zwar nicht zwingend mit einem Anwesenheitswahn zu tun, kommentierten viele der Umfrageteilnehmer. Aber: "Ohne Zwölf-Stunden-Schichten ist das Pensum nicht mehr zu schaffen", sagte einer der Befragten.

Ein anderer: "Gute Ergebnisse hängen meist mit der Bereitschaft zu mehr Zeiteinsatz zusammen."

"Wir waren von den Umfrageergebnissen erschrocken. Offenbar ist die Bereitschaft, die eigene Gesundheit und die seiner Mitarbeiter als übergeordnetes und auch betriebswirtschaftlich wertvolles Gut anzusehen in Deutschland schwach ausgeprägt", sagt Gesundheitsexperte Nöfer.

Gesellschaft zahlt die Zeche

Am Ende zahle die Gesellschaft als Ganze die Zeche für die steigende Zahl der Burnout-Fälle, Frühpensionierungen und eine abnehmende Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft, warnt LAB-Geschäftsführer Klaus Aden.

"Das Leistungssystem frisst seine eigenen Kinder. Hier ist angesichts der demographischen Entwicklung und der Notwendigkeit zu längeren Lebensarbeitszeiten bei gleichzeitig abnehmender individueller Leistungsfähigkeit ein grundsätzliches Umdenken erforderlich."

Befragt wurden die Führungskräfte auch nach organisatorischen Möglichkeiten, den Krankenstand und damit die Kosten zu senken. 81 Prozent gaben an, ein systematisches Gesundheitsmanagementsystem könne helfen, 72 Prozent sehen in der Verbesserung des Betriebsklimas eine Möglichkeit. Hingegen befürworten, wie gesagt, 17 Prozent eine Trennung von häufig kranken Mitarbeitern. Und neun Prozent halten individuelle Prämien bei wenigen Krankheitstagen für geeignet.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

Dieser Artikel ist erschienen am 07.01.2013

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