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Boss und Gehalt
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Kienbaum-Vergütungsreport

Bosse sind gut im Geschäft

Claudia Tödtmann
Der aktuelle Kienbaum-Vergütungsreport verrät: Deutschlands Geschäftsführer verdienen deutlich mehr als noch im Jahr zuvor. Besonders in der Pharma- und Autobranche werden satte Gehälter eingestrichen.
Nach Abschluss seines BWL-Studiums steigt er im September 1995 als Personalassistent bei Spar ein, nach dreieinhalb Jahren geht's weiter in die Personalentwicklung der SB-Warenhauskette Kaufland. Dort bleibt Marc Ebert acht Jahre und wechselt nach insgesamt knapp zwölf Jahren im Einzelhandel im Mai 2007 als Personalmanager zum amerikanischen Maschinenbauer Mag Industrial Automation Systems.

Bereits nach einem Jahr zieht Ebert weiter zu einem mittelständischen IT-Berater und bleibt dort vier Jahre, bevor er in diesem Jahr als Personalchef zum IT-Dienstleister GFT wechselt.

"Personaler werden in jeder Branche gebraucht. Wer eine rasche Auffassungsgabe hat und komplexe Sachverhalte schnell zu entschlüsseln in der Lage ist, kann auch in unterschiedlichen Branchen arbeiten", erklärt Ebert seine drei Jobwechsel zwischen drei verschiedenen Branchen in seinen 17 Berufsjahren.

Riesengehaltssprünge durch viele Wechsel

Mut und Flexibilität, die sich für den 37-Jährigen auch finanziell ausgezahlt haben: Seit seinem Einstieg als Newcomer in der Arbeitswelt im Jahr 1995 konnte Ebert sein Gehalt immerhin fast verdoppeln.

"Entscheidend ist, dass man Fachwissen mitbringt, weniger das Branchen-Know-how", sagt Ebert. "Dieses Spezialwissen kann man sich rasch aneignen."

Aufstieg im Entsorgungsunternehmen

Dass sich Blick und Sprung über den Tellerrand der eigenen Branche für die eigene Karriereplanung in vielen Fällen durchaus lohnen, zeigt der Blick auf den Vergütungsreport für GmbH-Geschäftsführer, den die Unternehmensberatung Kienbaum Management Consultants jedes Jahr berechnet: Kienbaum befragte 1424 Geschäftsführer und Vorstände aus 859 Unternehmen zu ihren Verträgen mit ihren Firmen – und förderte zum Teil eklatante Gehaltsunterschiede zutage.

Wem es etwa gelingt, als Chef einer Logistikfirma zu einem Entsorgungsunternehmen zu wechseln, kann dadurch sein Gehalt auf etwa 450.000 Euro verdoppeln.