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Rache am Chef
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Business-Voodoo

Bösartiger Chef? Rache ist süß!

von Jana Reiblein, wiwo.de
Miese Chefs brüllen ihre Mitarbeiter an, schüchtern sie ein oder machen sie lächerlich. Was tun? Forscher haben herausgefunden, dass es Mitarbeitern besser geht, wenn sie die Feindseligkeit gleich zurückgeben.
Was tun, wenn der Chef mal wieder ausrastet? Unter der Schimpftirade einfach wegducken? Sich entschuldigen, obwohl man nichts falsch gemacht hat? Besser – zumindest für das eigene Wohlbefinden – ist es, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, haben US-Forscher nun herausgefunden.

Opferrolle ablegen

Von den Ergebnissen ihrer Studie waren die Wissenschaftler selbst überrascht: "Bevor wir diese Untersuchung durchführten, dachte ich, es würde keine positive Seite geben, wenn Angestellte sich an ihren Bossen rächen", erzählt Bennett Tepper, Hauptautor der Studie, die an der Ohio State University durchgeführt und im Journal "Personnel Psychology" veröffentlicht wurde. Doch die Untersuchungen zeigten etwas anderes: Die Angestellten fühlten sich weniger als Opfer, wenn sie ihren Chefs ihr feindseliges Verhalten heimzahlten. Dadurch fühlten sie auch einen geringeren psychischen Druck, waren zufriedener mit ihrem Job – und fühlten sich sogar ihrem Arbeitgeber verbundener.

Zwar sei die beste Arbeitsatmosphäre noch immer die, in der es keine Feindseligkeiten gebe. "Doch wenn der Vorgesetzte sich mies verhält, scheint es Vorteile zu haben, es ihm zu vergelten", so Tepper. "Die Angestellten fühlten sich besser, weil sie sich nicht einfach zurücklehnten und die Beschimpfungen über sich ergehen ließen."

Passiv-aggressive Feindseligkeit

Für die Studie wurden zwei Untersuchungen durchgeführt: In der ersten wurden 169 Menschen mit einem Abstand von sieben Monaten per E-Mail zwei Fragebögen zugesandt. In der ersten Erhebung sollten sie Auskunft darüber geben, wie unfreundlich ihr Chef sich verhält. Dazu sollten sie etwa angeben, wie oft ihre Vorgesetzten sich über sie lustig machten oder ihnen das Gefühl gaben, dass ihre "Gedanken und Gefühle dämlich" seien.

Die Teilnehmer sollten auch nachhalten, wie häufig sie sich gegen solches Verhalten zur Wehr setzten. Etwa, indem sie ihren Vorgesetzten wie Luft behandelten, nur noch halbherzig ihre Arbeit verrichteten oder so taten, als wüssten sie nicht, wovon der Chef redet. "Diese Dinge mögen Vorgesetzte gar nicht, sie sind eine Form passiv-aggressiver Feindseligkeit", erläutert Tepper.

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