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Greentech-Megatrends

Blendende Aussichten

Diana Fröhlich und Claudia Obmann / Handelsblatt
Erneuerbare Energie, Öko-Autos und technischer Umweltschutz sind Megatrends. Green-Tech made in Germany schafft viele krisenfeste Jobs.
Foto: R. Sturm/Pixelio

"Vollzeitbeschäftigung auf Lebenszeit

Es werde Licht, sprach Gott – und die Sonne schien. So steht es in der Bibel. Papst Benedikt XVI. macht sich die Schöpfung jetzt geschickt zunutze: Auf dem Dach seiner Audienzhalle in Rom erzeugt seit 2008 eine Solaranlage 300 Megawattstunden Strom pro Jahr – umweltschonend und effizient. So kann der Vatikan, mit knapp 1000 Bürgern der kleinste Staat der Welt, rund 100 Haushalte mit grüner Energie versorgen. Mit den knapp 2400 Solarmodulen gleich neben dem Petersdom setzt der Heilige Vater außerdem ein deutliches Zeichen: Moderne Klimaschutztechnik hat den Segen von ganz oben.

Die besten Jobs von allen


Angesichts der rapide wachsenden Weltbevölkerung und der gleichzeitig schrumpfenden Ressourcen steigt die Bedeutung „grüner“ Technologie – mit der sich erneuerbare Energiequellen anzapfen lassen. Und mit der Menschen rund um den Globus umweltschonend wirtschaften und sich fortbewegen können.

„Die Umweltwirtschaft ist die Leitindustrie des 21.Jahrhunderts“, bringt es Martin Faulstich auf den Punkt. Der Professor für Rohstoff- und Energietechnologie an der Technischen Universität München ist Vorsitzender des Sachverständigenrats für Umweltfragen, der auch Kanzlerin Angela Merkel berät. „Wer sich als junger Mensch heute für einen Beruf in der Umweltwirtschaft entscheidet, der wird bis zur Rente beschäftigt sein. Eine Vollzeitbeschäftigung auf Lebenszeit.“
 
Durch die Kernkraftwerks-Katastrophe im japanischen Fukushima, die den Erneuerbaren Energien einen Schub verleiht, und mit der gerade von der Bundesregierung vorgestellten Förderinitiative für Elektroautos gewinnt das Thema in Deutschland deutlich an Dynamik.

Ehrgeizige Pläne

Allein die Pläne rund um das Öko-Auto sind ehrgeizig: Bis zum Jahr 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen sein. Die deutsche Industrie wird nach Angaben der Nationalen Plattform Elektromobilität, einer Kooperation von Politik und Wirtschaft, dazu bis zu 17 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren. Rund um die flüsterleisen Fortbewegungsmittel könnten damit rund 30000 Jobs entstehen.

Laut einer Prognose der Strategieberatung Roland Berger wird der Anteil der Umwelttechnik am deutschen Bruttoinlandsprodukt von acht Prozent im Jahr 2008 auf 14Prozent bis 2020 steigen. Die Anzahl der Beschäftigten in der Umwelttechnik soll sich sogar verdoppeln – von 1,1 Millionen im Jahr 2008 auf voraussichtlich 2,2 Millionen im Jahr 2020.

„Firmenchefs sollten sich deshalb rechtzeitig mit den Auswirkungen dieser Megatrends auf das Geschäftsmodell ihres Unternehmens auseinander setzen und diese in die langfristige strategische Planung integrieren“, sagt Torsten Henzelmann, Partner bei Roland Berger und Professor an der FH Trier.

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