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Cheater’s High

Betrügen macht glücklich

Tina Groll, zeit.de
Ehrlich währt am längsten, sagt der Volksmund. Forscher fanden nun heraus: Schummeln, Tricksen und Lügen im Job sorgen unter bestimmten Umständen für Glücksgefühle.
Schummeln, Tricksen und Betrügen haben Nachteile – zumindest laut vorherrschendem Ethikverständnis. Ein Forscherteam der Universität Washington, Harvard University, London Business School und der University of Pennsylvania kommt in einer Studie nun zu dem überraschenden Ergebnis, dass kleinere Betrügereien durchaus Vorteile haben und sogar positiv für die Stimmung sein können. Vorausgesetzt, das unethische Verhalten führt nicht zu Nachteilen bei anderen, und das Risiko, entdeckt zu werden, ist relativ klein.

Der Schummel-Erfolg löse eine Cheater’s High aus, also einen Glückszustand beim Betrüger, stellten die Forscher fest. Das Team hatte in sechs verschiedenen Experimenten untersucht, wie sich unethisches Handeln auf die Gemütsverfassung auswirkt.

Viele Vorteile

Sie gingen von der Annahme aus, dass die Bereitschaft zum Betrügen dann groß ist, wenn dadurch niemand konkret geschädigt wird und das unethische Verhalten viele Vorteile für den Betrüger verspricht. Auch nahmen die Forscher an, dass unter solchen Bedingungen nicht notwendigerweise Nachteile oder schlechte Gefühle durch den Betrug entstehen müssten.

Entsprechend wählten die Wissenschaftler die Experimente aus. Die Probanden sollten beispielsweise 20 Mathematikaufgaben lösen. Für jede richtige Lösung wurden sie mit einem Dollar belohnt, der sich in einem Umschlag mit insgesamt 20 Dollar befand. Bei einem Durchlauf erhielten die Teilnehmer die Gelegenheit, die richtigen Antworten zu sehen und ihr Rechenergebnis entsprechend zu korrigieren, um besser abzuschneiden.

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