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Bessere Jobchancen dank attraktivem Facebook-Bild
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Bewerbung

Bessere Jobchancen dank attraktivem Facebook-Bild

Kerstin Dämon, wiwo.de
Arbeitgeber suchen in sozialen Netzwerken tatsächlich auch nach Fotos von Bewerbern. Zwar galten Partybilder dort lange als No-Go. Dennoch zeigt sich nun: Je attraktiver das Facebook-Profilbild, desto eher winkt die Einladung zum Vorstellungsgespräch.
Jahrelang wurde gewarnt, bei sozialen Netzwerken keine Partyfotos oder allzu freizügigen Bilder öffentlich zu machen – Personaler liest mit. "Wer im Bikini am Strand Cocktails trinkt oder am Wochenende feiern geht, bekommt nie mehr einen Job", so die Botschaft besorgter Eltern und Karriere-Coaches. Es hat ein bisschen gedauert, bis sich herausstellte, dass Partyfotos nichts über die Qualitäten eines Mitarbeiters aussagen. Erst 2013 gab eine Studie der State University of North Carolina Entwarnung: Die Probanden, die ihre Feiern vom Wochenende mit Bildern auf Facebook dokumentierten waren einerseits besonders durchsetzungsstark – andererseits aber auch überdurchschnittlich gewissenhaft.

In der Folge wurden Personaler eher misstrauisch, wenn jemand keine privaten Fotos von sich zugängig macht. Aus "Veröffentliche nichts auf Facebook, was deine Mutter oder dein Arbeitgeber nicht wissen dürfen", wurde "Wer keine Partyfotos hoch lädt, mit dem stimmt etwas nicht".

Das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) hat sich nun erneut mit der Frage nach den Fotos auf Facebook und deren Auswirkungen befasst. Und das Ergebnis ist erstaunlich: Da Bilder ja bekanntlich mehr sagen, als Worte, erhöhen sich die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch mit der Attraktivität des Profilbildes. Forscher der belgischen Universität Gent fanden in einem umfangreichen Feldversuch heraus, dass der durch die Profilbilder vermittelte Eindruck von Aussehen und Charakter der Bewerber maßgeblich in die Entscheidung einfließt, wer zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird.

Attraktivität öffnet Türen

Die Wissenschaftler verschickten 2.000 fiktive Bewerbungen auf echte Stellenanzeigen aus unterschiedlichen Branchen. Für die vermeintlichen Bewerber hatten die Forscher Facebook-Profile angelegt, auf die man über die Google- beziehungsweise Facebook-Suche stieß. Dabei waren nur die Profilbilder öffentlich sichtbar. Die jeweiligen Fotos waren der Bewerbung nicht beigefügt, sondern nur über Facebook zu finden. Sie zeigten unterschiedlich attraktive Männer, deren Fotos in voran gegangenen Studien bewertet worden waren. Die Auswertung der Antworten zeigte, dass der Kandidat mit dem "attraktivsten“ Profilbild über 20 Prozent mehr positive Rückmeldungen erhielt als der am wenigsten attraktive Mitbewerber. Eine direkte Einladung zum Vorstellungsgespräch erhielten die gut aussehenden Bewerber sogar um fast 40 Prozent häufiger.

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