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Altersvorsorge
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Gesetzliche Rente

Besser als nichts

Tina Groll, zeit.de
Die meisten jungen Beschäftigten haben Angst vor drohender Altersarmut. Dennoch glauben sie an das gesetzliche Rentensystem.
Reicht die Rente im Alter zum Leben? Wahrscheinlich nicht. Fast drei Viertel aller 18- bis 34-Jährigen sind davon überzeugt, dass sie im Alter nicht von ihrer gesetzlichen Renten leben können. Trotzdem vertrauen sie in das System und wären sogar bereit, höhere Beiträge zu leisten. Das stellt eine Studie des Meinungsforschungsinstituts TNS im Auftrag der IG Metall fest. Die Gewerkschaft hatte über 1.000 junge Menschen im Alter zwischen 14 und 34 Jahren befragt und weitere über 1.000 Beschäftigte ab 18 Jahren zu ihrer Einstellung zur gesetzlichen Rente befragen lassen. Zum Vergleich: Generell gehen fast zwei Drittel aller Erwerbstätigen davon aus, dass sie im Alter arm sein werden, wenn sie nur die gesetzliche Rente erhalten.
 
Schaut man nur die Gruppe der Berufsanfänger an, so ist die Skepsis trotzdem nicht so groß, wie man meinen möchte: Zwar haben nur 40 Prozent der Berufseinsteiger ein starkes Vertrauen in das staatliche Rentensystem, trotzdem würden nur die wenigsten es ganz abschaffen wollen. Denn ohne dieses System glauben viele Berufsanfänger nicht, dass sie es überhaupt schaffen würden, fürs Alter vorzusorgen. Frei nach dem Motto: Besser als nichts.

Beschäftigte wünschen sich Garantien

Erstaunlich ist auch, dass die junge Generation, obwohl sie viel stärker von unsicherer Beschäftigung und fehlenden tariflichen Arbeitsbedingungen betroffen ist, viel eher dazu bereit ist, mehr in die gesetzliche Rente einzuzahlen als die Älteren. 72 Prozent der bis 34-Jährigen können sich das vorstellen – wenn sie dafür die Garantie hätten, dass sie im Alter auch eine auskömmliche Rente bekämen. Bei den älteren Erwerbstätigen wäre zwar auch jeder Zweite bereit, mehr einzuzahlen, aber immerhin ein Drittel lehnt diesen Vorschlag komplett ab.

Die Bereitschaft der Jüngeren zu höheren Rentenbeiträgen ist erstaunlich. Denn 40 Prozent von ihnen haben schon einmal eine Arbeitslosigkeit von sechs Monaten oder länger erlebt. Betroffen waren nicht nur Arbeiter und Ungelernte, sondern auch Akademiker, die nach ihrem Hochschulabschluss keinen sozialversicherungspflichtigen Job gefunden haben.

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