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Frauen sind rar in der Wissenschaft
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Frauen in der Wissenschaft

Beliebte Raritäten

Inge Kutter, zeit.de Mitarbeit: Jonas Krumbein
Die Universitäten wollen mehr Frauen berufen. Sie müssen sie nur noch finden.
Artemis Alexiadou ist verdammt gut. Schon mit 33 Jahren wurde sie Professorin an der Universität Stuttgart. Inzwischen ist sie 45 und hat gerade den Leibniz-Preis bekommen, den wichtigsten Forschungsförderpreis in Deutschland.

Mit ihren Modellen für sprachliche Strukturen hat die Linguistin international Standards gesetzt. Artemis Alexiadou ist begehrt. Und sie ist eine Frau.

Helmut J. Schmidt ist Präsident der Technischen Universität Kaiserslautern. Er umwirbt Frauen wie Alexiadou, er würde gerne mehr von ihnen einstellen.

Umwerben fällt schwer

Aber viele Frauen haben bereits eine gute Stelle, wie Alexiadou, die derzeit überhaupt keinen Grund sieht, Stuttgart zu verlassen. Andere würden zwar wechseln – aber ausgerechnet nach Kaiserslautern?

Wenn man Schmidt darauf anspricht, seufzt er nur: "Je stärker sich eine Frau in der Wissenschaft etabliert hat, desto schwerer ist es für uns, sie anzuwerben."

Gefragte Weiblichkeit

Jahrelang haben es Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen versäumt, junge Wissenschaftlerinnen zu fördern und ihre Hierarchien durchlässiger zu machen für Frauen, die in Forschung und Lehre Karriere machen wollen.

Jetzt macht die Politik Druck, viele Wissenschaftsministerinnen fordern mehr Professorinnen. Die Hochschulen selbst wollen weiblicher werden.

Berufungskommissionen sind angehalten, international nach qualifizierten Frauen Ausschau zu halten. Bei Berufungsverfahren werden Kandidatinnen nun besonders berücksichtigt. Wenn es sie denn gibt.


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