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Bei Richtungswechsel einfach aussteigen
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Change-of-Control

Bei Richtungswechsel einfach aussteigen

von Claudia Tödtmann
Immer mehr Führungskräfte sichern sich mit einer Change-of-Control-Klausel gegen Eigentümerwechsel ab: Ihrer Lebensplanung zuliebe, gegen Jobverlust und Karriereknicks.
Rene Obermann hatte – bevor er Telekom verließ – seine Lebensplanung und seine Motive verraten. Er wolle bei Ziggo, dem niederländischen Kabelnetzbetreiber, mal wieder das Gegenteil von einem Konzern erleben. Wieder Macher sein können. So wie damals, als er sein Studium an den Nagel hängte und lieber eine eigene Firma aufbaute.

Dass Ziggo plötzlich womöglich – vorausgesetzt, die Kartellwächter stimmen dem Deal zu – vom US-Riesen Liberty Global übernommen wird, kam in Obermanns Lebensplanung im Dezember nicht vor. Und als Statthalter des Texaners John Malone, dem Chef von Liberty Global, hatte sich Obermann seine nächsten Karriereschritte nicht vorgestellt. Im Gegenteil, er wollte unabhängiger arbeiten können.

Von heute auf morgen die Karten neu gemischt

Vorgesorgt hatte er trotzdem: Für den Fall der Fälle hatte Obermann eine Ausstiegsklausel in seinem Anstellungsvertrag vereinbart, von der er nun Gebrauch macht. Nach der Firmenübernahme durch Liberty Global will Obermann ausscheiden, auch wenn er hinter dem Deal ebenso wie die ganze Führungsriege steht – freilich gegen eine gute Abfindung.

Diese Change-of-Control-Klauseln erlauben es Vorständen wie Geschäftsführern, direkt zu kündigen, wenn ihre Firma etwa übernommen wird, ein Private-Equity-Haus oder die Erben einsteigen. Selbst wenn ihr Vertrag eigentlich noch mehrere Jahre läuft.

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