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Motivation

Begeistern statt belohnen

Claudia Obmann
"Dressur" ist Schnee von gestern: Wer Mitarbeiter motivieren will, tut gut daran, ihren Wunsch nach Verbundenheit und Wachstum zu bedienen. Denn Geld spornt den Menschen nur bedingt an, das wissen viele Manager. Hirnforscher setzen auf "unterstützende Führung".

Foto: contrastwerkstatt/Fotolia

Aus der Reserve locken

Lässt sich Motivation kaufen? Oder andersherum gefragt: Funktioniert die Entlohnungsstrategie, die davon ausgeht, dass mehr Gehalt auch zu mehr Leistung führt?

"Nein", sagt Thomas Haussmann, Manager der Hay Group, einem auf Personalthemen spezialisierten Beratungsunternehmen. Eine repräsentative Hay-Umfrage, an der mehr als 18.000 deutsche Arbeitnehmer teilgenommen haben, belegt das.

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Nur 23 Prozent der Mitarbeiter sagen, eine Gehaltserhöhung sporne sie auf jeden Fall an. Bei fast der Hälfte aller Befragten hingegen wirkt erst eine Gehaltszulage von mehr als 20 Prozent. "Man kann Mitarbeiter mit Geld zwar locken, dauerhaft zufrieden machen oder motivieren kann man sie mit Gehaltssteigerungen und Boni aber nicht", sagt Vergütungsspezialist Haussmann.

Dressur ist Schnee von gestern

Ein gutes Organisationsklima, ein erfüllender Job und kompetente Vorgesetzte – das motiviert Mitarbeiter. Das deckt sich mit den Erkenntnissen von Gerald Hüther, einem der führenden deutschen Hirnforscher von der Universität Göttingen.

"Belohnen und Bestrafen ist gleichermaßen Dressur, und damit motivationstechnisch Schnee von gestern", sagt er. Mit gängigen Prämiensystemen, die auf äußeren Motivationsanreizen basieren, lassen sich seiner Meinung nach zwar kurzfristig Leistungszuwächse erreichen. Nachhaltig sei das jedoch nicht, da diese Methode nicht die innere Haltung berühre.


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