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Befristung
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Arbeitsmarkt

Befristete Verträge werden zur Normalität

zeit.de
Immer mehr Arbeitnehmer erhalten Fristverträge – ohne Angabe eines Sachgrunds, wie etwa einer Schwangerschaftsvertretung. Für Experten wäre ein Verbot kontraproduktiv.
Die Zahl der Arbeitsverträge, die ohne Sachgrund befristet sind, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Während es im Jahr 2001 rund 550.000 solcher Verträge gab, waren es im vergangenen Jahr 1,3 Millionen.

Das geht aus Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Das IAB gehört zur Bundesagentur für Arbeit.

Der Anteil der sachgrundlosen Befristungen an allen befristeten Arbeitsverträgen stieg damit von 32 auf 48 Prozent im Jahr 2013. Besonders verbreitet sei die Befristung ohne Sachgrund im Groß- und Einzelhandel und im verarbeitenden Gewerbe.

Ausgeweitete Probezeit

In der Landwirtschaft und den öffentlichen und sozialen Dienstleistungen spiele sie hingegen eine untergeordnete Rolle. Vor allem greifen Unternehmen auf die sachgrundlose Befristung bei ganz neu geschaffenen Stellen zurück.

Allerdings machen auch immer mehr Arbeitgeber von der sachgrundlosen Befristung bei bereits etablierten Stellen Gebrauch. Auf diese Weise wird die Probezeit ausgeweitet.

Echtes Sprungbrett?

Maximal für eine Dauer von zwei Jahren darf ohne Grund befristet werden – anschließend muss aber entfristet werden.

Deshalb sei ein befristeter Arbeitsvertrag oft ein "Sprungbrett in unbefristete Beschäftigung", erklärte das IAB. Gleichzeitig sei es wenig wahrscheinlich, dass eine Abschaffung "zu einer deutlichen Erhöhung unbefristeter Einstellungen" führe.


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