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Weconomy

Autospiegel mit neuem Design

Stefan Wimmer
Innerhalb eines halben Jahres haben zwei Gründer aus Berlin ihr ausgefallenes Produkt marktreif gemacht: Spiegelfahnen für Autos. Bis zur nächsten WM wollen sie damit den Markt erobern. Ihre Geschäftsidee macht sie zu Weconomy-Preisträgern.
Moritz Graf Stolberg und Moritz v. Bockum-Dolffs von Transporting IdeasFoto: © www.GordonWelters.com
Moritz Graf Stolberg, 31, und Moritz von Bockum-Dolffs, 30, teilen nicht nur den Vornamen. Im Landschulheim am Solling wohnten sie im gleichen Zimmer, zum Studieren gingen beide nach Maastricht und heute fallen beide manchmal todmüde auf das schwarze Leder-Ecksofa in ihrem gemeinsamen Berliner Büro.Da schlummern die beiden Gründer im rechten Winkel zueinander, bis einer in die Küche tapert, schlafäugig auf die Spree schaut und einen starken Espresso brüht. Um dann weiter zu werkeln an dem gemeinsamen Projekt, das die beiden bis zur Fußball WM 2010 zu einem lukrativen Geschäft ausgebaut haben wollen: Überzieher für den Außenspiegel.

Die besten Jobs von allen

Mflax heißen die Hüllen aus Badekappenstoff, die den Spiegel innen frei lassen, außen aber Raum für Botschaften bieten. So können Fußballfans ihr Vereinssignet spazieren fahren, Firmen ihr Logo präsentieren. Die Geschäftsidee kam den Beiden, als sie im vergangenen Jahr über Freunde eine Schweizerin kennen lernten, die die Spiegelfahne erfunden hatte. Die beiden Fußballfans waren begeistert: "Wir wussten sofort, dass ist unser Produkt", sagt Bockum-Dolfss. Sie erwarben kurzerhand die Nutzungsrechte.Begeisterungssturm in FrankreichDie Tragweite der Entscheidung ging ihnen erst im vergangenen September auf, als sie durch Frankreich fuhren, mit der Tricolore auf dem Spiegel: "Manchmal sind Menschen neben uns her gelaufen und haben 'Allez les Bleus' gerufen."Danach ging alles Schlag auf Schlag. Im Februar 2009 gründeten sie ihre Firma "Transporting Ideas" - mit wenig Eigenkapital und ohne einen Kredit aufzunehmen. Ihr Büro teilen sie sich mit einem anderen Startup, einen Teil der Ausstattung haben sie vom Vorgänger übernommen. Und oft sind die Beiden sehr kreativ in der Organisation ihres Low-Budget-Betriebs. Den Geschäftswagen, einen alten Audi A4, hatte ihnen ein Autohaus gestiftet, nachdem sie hartnäckig vorgesprochen und nach einem Gratis-Fahrzeug gefragt hatten.

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