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Die Rückkehrer haben Heimweh nach Deutschland.
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Die Rückkehrer

Auswanderer packt das Heimweh

Teil 2: Gute Wirtschaftslage bringt Auswanderer zurück

"Momentan sind es vermehrt Menschen, die ihre Existenz im Ausland verloren haben oder deren Job im Ausland unsicher ist", sagt Birgit Klaissle vom Raphaelswerk. Die meisten Ratsuchenden kämen aus den USA, Spanien, Griechenland und Italien. "Die USA sind sowieso immer vertreten, weil das einfach ein so beliebtes Auswandererziel ist", sagt Klaissle. "Bei den südeuropäischen Ländern treibt die Schuldenkrise viele Auswanderer zurück."

Während es die deutschen Auswanderer in den Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit schwer haben, sind sie in Deutschland gefragt. Angesichts von demografischen Wandel und Fachkräftemagel sollen Initiativen, wie "Return to Bavaria" des Freistaates Bayern, qualifizierte Auswanderer wieder zurück gewinnen. Das "German Academic International Network" (GAIN) des Bundesbildungsministeriums soll beispielsweise deutsche Wissenschaftler aus den USA wieder in die Bundesrepublik locken.

Deutschland neu entdecken

Dabei unterstützen die Programme die Rückkehrer. Denn viele haben es je nach Aufenthaltslänge und Kontakt zur deutschen Heimat schwer, sich wieder in der Bundesrepublik zurechtzufinden. "Wer 20 Jahre in den USA gelebt hat, kommt in ein Deutschland zurück, dass er nicht mehr kennt. Das fängt schon damit an, dass das Arbeitsamt heute Bundesagentur für Arbeit heißt", sagt Birgit Klaissle.

Daher brauchen Rückkehrer etwa Hilfe bei Behördengängen oder der Wohnungssuche. "Wer viel in einem Land gelebt hat, nimmt außerdem die dortigen Eigenschaften und Denkmuster an", sagt Klaissle. "Je mehr Eigenheiten man übernommen hat, desto schwieriger ist die Reintegration."

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 08.10.2013

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