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Auf geht's nach Shanghai und zurück
Skyline von ShanghaiFoto: chungking/Fotolia.com
Karrierehoffnung

Auslandsjob mit Rückkehrticket

Teil 2: Anstrengende Erfahrung

Damit die Zeit im Ausland nicht zu Enttäuschungen führt, hilft es, die Motivation der Arbeitgeber besser zu verstehen. Hauptgrund dafür, einen Mitarbeiter ins Ausland zu schicken, ist laut einer Studie des Beratungsunternehmens Mercer für 70 Prozent der heimischen Unternehmen der internationale Wissenstransfer.

Die Karriereentwicklung der Mitarbeiter und das Heranziehen neuer Führungskräfte gehört hingegen nur bei knapp über 30 Prozent der Firmen zu den obersten Zielen.

Wer im Ausland persönliche und berufliche Erfahrungen sammeln möchte, muss die Karriere selbst in die Hand nehmen – und dafür in der Regel deutlich größere Anstrengungen in Kauf nehmen, als am Heimatstandort nötig wären. Denn wer Tausende Kilometer vom Stammsitz entfernt im Einsatz ist, gerät ansonsten schnell in Vergessenheit.

Kontakte halten, Netzwerk pflegen

"Es ist sehr stark auch vom eigenen Engagement abhängig, wie sich der Auslandsaufenthalt auf die Karriere auswirkt", sagt Nina Roeck, die gerade für den baden-württembergischen Technikkonzern Bosch in der indischen Stadt Bangalore arbeitet.

"Es ist sehr wichtig, den Kontakt zum Mentor zu halten und das Netzwerk zu pflegen." Diese Erfahrung hat auch Hanno Hessmer gemacht: "Man muss immer wieder Gelegenheiten ergreifen, um sich bei den Vorgesetzten in der Heimat in Erinnerung zu rufen."

Schwierige Rückkehr

Aus Sicht von Mercer-Expertin Christa Zihlmann seien auch die Arbeitgeber gefragt, das Talent-Management bei Auslandseinsätzen stärker zu berücksichtigen. Die Herausforderung für die Beteiligten nimmt dabei eher zu als ab. Denn internationale Karrierewege werden immer üblicher. "Die Anzahl der Entsendungen steigt weiterhin an", sagt Zihlmann.

Für die Karriereplanung ist dabei nicht nur die Zeit im Ausland, sondern auch die Rückkehr zu beachten. In vielen Fällen finden Heimkehrer neue Machtverhältnisse im Stammhaus wieder, sagt Personalberaterin Lang.

Sie rät deshalb: "Man sollte so starten, als wäre man in einer neuen Firma: abtasten, fragen, zuhören – und erst dann wieder mitreden."
Dieser Artikel ist erschienen am 18.12.2013

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