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Arbeitsmarkt

Ausländische Fachkräfte kehren Deutschland den Rücken

Konrad Fischer, Cornelia Schmergal, Kristin Schmidt / wiwo.de
Das deutsche Wirtschaftswunder beeindruckt die Welt, der Arbeitsmarkt hält Kurs Richtung Vollbeschäftigung. Trotzdem verharrt die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte auf niedrigem Niveau. Warum bloß?
Peking Aus Peking zum Studium nach Deutschland –und dann nach Peking zurück.
Foto: T. Weidemann/Pixelio

Angebot und Nachfrage treffen sich nicht

Um die deutsche Zuwanderungsmisere zu beschreiben, braucht es drei fremde Wörter und ein scheinbar vertrautes. Nebahat Sönmez, Ding Yan. Zu Deutsch: Angebot und Nachfrage treffen sich nicht. Die Türkin Nebahat Sönmez – keine Ausbildung, kein Job – hat ihre Heimat in Deutschland gefunden. Ding Yan jedoch – Uni-Absolventin, beinahe akzentfreies Deutsch – ist zurück in ihre Heimat Peking gezogen.

Nebahat Sönmez ist 34 Jahre alt und kommt aus einem kleinen Ort im bergigen Osten der Türkei, aber nicht wie Sie jetzt denken. Sönmez tritt auf als weltoffene Frau, ihr blond gefärbtes Haar trägt sie offen, mit ihrem Kleidungsstil würde sie weder am Münchner Stachus noch auf dem Istanbuler Taksim-Platz groß auffallen. Auch wenn sie bis heute kaum deutsch spricht, lebt sie seit zwei Jahren in Deutschland, will hier bleiben.

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Ihr Mann arbeitet bei einem Sicherheitsdienst in Duisburg. Sie hat ihn in der Türkei kennengelernt, die beiden heirateten. Sofort war klar, dass es danach nach Deutschland gehen sollte. Ihr Ehemann war zufrieden mit seinem Job, mit der Türkei verband ihn wenig außer der Sprache, selbst die kannte er vor allem aus Duisburg.
 
Studium in Aachen, Job in Peking

Ding Yan kennt Deutschland aus eigener Anschauung. Sieben Jahre lang hat die 29-Jährige an der RWTH Aachen Wirtschaftsgeografie studiert, ihr Abschluss heißt Magister. 2009 hat sie ein Kommilitone für das Studentenmagazin interviewt, da sagte sie, in Deutschland zu arbeiten, "das könnte ich mir gut vorstellen". Yan spricht exzellentes Deutsch, bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking hat sie als Dolmetscherin für das ZDF gearbeitet, ein längeres Praktikum beim Autozulieferer Bosch hat sie von den Vorzügen des deutschen Arbeitsmarktes überzeugt.

Nach dem Studium suchte sie nach einer Stelle hier, schließlich mag sie die Ruhe der deutschen Städte, auch das Schwarzbrot schmeckt ihr. Trotz einiger Jobangebote packte Yan im vergangenen Sommer ihre Koffer. Heute arbeitet sie bei der Außenstelle der RWTH in Peking. Nach Deutschland kommt sie zwar schon im Juni wieder, aber nur noch als Touristin.

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