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Disziplin im Job
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Planen und handeln

Arbeitswelt zerstört Disziplin

Daniel Rettig, wiwo.de
Erfolgreich zu Ende gebrachte kleine Etappen geben den Kick, um Großes in Angriff zu nehmen. Wer das beherzigt, ist leistungsfähiger im Job.
Herbert Hainer vergleicht das Leben eines Managers gern mit dem eines Athleten: Beide, sagt der Adidas-Chef, benötigten Talent, Leidenschaft und Ehrgeiz. Die wichtigste Parallele zwischen Spitzensport und Management: Führungskraft wie Hochleistungssportler bräuchten vor allem eines – klare Ziele.

Und weil Adidas 2013 nicht alles erreicht habe, was sich das Unternehmen vorgenommen habe, sei sein Ziel als CEO von Deutschlands größtem Sportartikelhersteller klar: "Wir müssen uns 2014 noch mehr anstrengen."

Ein nachvollziehbares Gefühl.

Mentale Uhr auf Null

Viele stellen zum Jahresanfang ihre mentale Uhr auf null, sie blicken auch auf die kommenden Monate und fassen konkrete Vorsätze fürs neue Jahr, privat wie beruflich.

Die einen wollen, wieder mal, den Zigaretten abschwören, mehr Sport machen, weniger Alkohol trinken oder sich gesünder ernähren. Andere wollen auf der Karriereleiter nach oben klettern, neue Kunden gewinnen, Projekte anstoßen oder einfach mehr Geld verdienen.

Gegen eigene psychologische Blockaden

Denn diese Ziele sollen unser Verhalten positiv beeinflussen. Uns dabei unterstützen, pragmatisch zu handeln, diszipliniert zu bleiben und konzentriert zu arbeiten. Im Privatleben ebenso wie im Job. Das bestätigt auch eine Studie der Unternehmensberatung Accenture aus dem Jahr 2011, die 3400 Personen weltweit nach ihren wichtigsten beruflichen Plänen und Wünschen befragte. Die meisten wollten sich Wissen und Können aneignen, ihre Karriere planen oder flexibel arbeiten.

Doch etwas zu wollen ist das eine. Es zu tun und die Pläne gegen Widerstände – nicht zuletzt gegen eigene psychologische Blockaden – durchzusetzen das andere.

Das Bauchgefühl belegt auch ein Blick auf die Statistik: etwa eine Untersuchung des britischen Psychologen Richard Wiseman, der vor einigen Jahren mehr als 3000 Briten zu diesem Thema befragt und begleitet hat. 52 Prozent der von Wiseman beobachteten Personen glaubten, dass sie ihre Pläne einhalten würden. Die ernüchternde Bilanz nach einem Jahr: Gerade einmal zwölf Prozent der Probanden hatten geschafft, was sie sich fürs abgelaufene Jahr vorgenommen hatten.


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