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Richtig verhandeln

Arbeitsvertrag: Das dürfen Sie, das nicht

Steffi Sammet
Dienstwagen, Gehalt, Urlaub: Im Arbeitsvertrag sind die wichtigsten Konditionen für den Job festgelegt. Aber über vieles lässt sich noch reden. Junge Karriere erklärt, auf welche Klauseln gerade Berufseinsteiger achten sollten.
Verhandlungssache: Ausflug ins Grüne mit dem DienstwagenFoto: © Fantasista - Fotolia.com
Kristina Behr wusste genau, was sie wollte: Ehe die 25-jährige Hamburgerin im Herbst 2006 bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in Mannheim ihren ersten Arbeitsvertrag unterschrieb, prüfte sie jede Passage akribisch. "Mit den Bedingungen war ich voll zufrieden. Auch das Gehalt und die Bonusregelung haben gepasst", erzählt sie. Ein Punkt jedoch lag der BWL-Absolventin so am Herzen, dass sie vor der Unterzeichnung intensiv nachhakte: "Ich wollte sicher sein, dass die Möglichkeit besteht, jederzeit ein Sabbatical zu nehmen oder auf ein Teilzeitmodell umzustellen, um eventuell noch zu promovieren." Erst als ihr der neue Chef bestätigte, dass dies kein Problem sei, unterschrieb Behr den Arbeitsvertrag. Seit einem knappen Jahr ist Behr nun als Assistentin in der Wirtschaftsprüfung tätig und führt unter anderem Jahresabschlüsse für Unternehmen durch.Wie Behr sollten Berufsneulinge alle Konditionen und Klauseln ihres Arbeitsvertrags detailliert prüfen. Egal, ob es um die Höhe des Gehalts geht oder um Weiterbildungsangebote - der größte Teil der Paragrafen beeinflusst die tägliche Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber. Wer vor der Vertragsunterzeichnung kritisch nachfragt oder Wünsche äußert, kann seinen Vertrag möglicherweise sogar ein wenig zu seinen Gunsten verbessern: Laut einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung gelingt das immerhin rund 43 Prozent der Hochschulabsolventen.Am ehesten bietet sich Berufseinsteigern bei den Themen Gehalt, Weiterbildung und Nebenjobs noch Verhandlungsspielraum. Wer dagegen mehr Urlaub durchsetzen oder eine Rückzahlungsklausel streichen lassen will, hat kaum Aussicht auf Erfolg. "Auch in Großunternehmen haben neue Kollegen wenig Chancen, an den Vereinbarungen zu rütteln", sagt Horst Kappel, Anwalt für Arbeitsrecht bei der Leipziger Kanzlei Kappel & Hoth. Je kleiner der Betrieb, desto größer sei meist der Spielraum für Nachbesserungen.Die Stuttgarter Karriereberaterin Petra Perlenfein rät Jobeinsteigern zu einer guten Vorbereitung der Vertragsgespräche: "Wer die branchenüblichen Einstiegsgehälter kennt, hat gute Argumente, wenn das Angebot des neuen Chefs darunterliegt."
Zudem sollten Berufsneulinge darauf achten, dass ihre Verträge Weiterbildungsmöglichkeiten vorsehen, damit sie ihre Karriere vorantreiben können.
Junge Karriere erklärt die wichtigsten Klauseln eines Arbeitsvertrags: Das Gehalt. Das Einkommen zählt zum Herzstück eines Arbeitsvertrags und bietet Berufseinsteigern die größte Chance zu verhandeln. Wer nicht nur feste, sondern auch variable Gehaltsanteile erhält, muss darauf achten, dass der genannte Betrag nur das Festgehalt umfasst. Ist das nicht der Fall, besteht das Risiko, dass sich das Einkommen drastisch reduziert, wenn das Unternehmen etwa nach einem schlechten Geschäftsjahr nicht die erwartete Prämie ausschüttet. Die Zahlung von Weihnachts- und Urlaubsgeld regeln die meisten Firmen in einem zusätzlichen Absatz, wobei sie fast immer darauf hinweisen, dass sie die Extra-Gehälter jederzeit stoppen können. 

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Die Probezeit. Maximal ein halbes Jahr dürfen Chefs prüfen, ob sie mit den Leistungen ihrer neuen Mitarbeiter zufrieden sind oder sich von ihnen trennen wollen. Wer bereits als Praktikant, Diplomand oder freier Mitarbeiter bei seinem neuen Arbeitgeber tätig war, kann ruhig auf eine kürzere Probezeit pochen - schließlich hat er seine Stärken bereits unter Beweis gestellt. 

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