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Arbeiten zum Nulltarif
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Unbezahlte Überstunden

Arbeiten zum Nulltarif

wiwo.de
Leistungsdruck und permanente Verfügbarkeit: Viele Beschäftigte fühlen sich überfordert, machen sogar Überstunden zum Nulltarif. Die Gewerkschaften pochen auf eine gesetzliche Anti-Stress-Verordnung.
Auf dem Schreibtisch stapeln sich die Papiere, das Telefon klingelt Sturm, das E-Mail-Postfach blinkt dazu im Minutentakt neue Nachrichten rein: Um mit dem stetig steigenden Arbeitspensum überhaupt noch fertig zu werden, leistet ein Sechstel der Arbeitnehmer regelmäßig unbezahlte Überstunden.

Für immerhin ein Viertel trifft dies hin und wieder zu, ergab eine vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) vorgestellte Umfrage unter 5800 Beschäftigten. Oft setzen sich die Betroffenen im Job dabei selbst unter Druck.

Für fast zwei Drittel (61 Prozent) erhöhte sich die Arbeitsintensität in den vergangenen zwölf Monaten nach eigener Einschätzung erneut.

Auf Dauer unzumutbar

56 Prozent der Befragten gaben an, sie fühlten sich oft gehetzt – und nur 45 Prozent gehen davon aus, diese Belastung bis zum gesetzlichen Rentenalter durchhalten zu können. "Es ist nicht gut bestellt um die Arbeitsbedingungen in deutschen Betrieben", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Die "relative Erholung am Arbeitsmarkt" hat nach ihren Worten "nicht automatisch zu einer Entspannung bei den Arbeitsbedingungen geführt".

Kosten in Milliardenhöhe durch Psychostress

Der Druck sei weiter sehr hoch. Psychische Erkrankungen nähmen daher weiter zu, verursachten Kosten in Milliardenhöhe und seien inzwischen Hauptursache für Erwerbsminderungsrenten.

"Dieser Zustand ist völlig unakzeptabel", sagte die Gewerkschafterin und forderte "eine wirkungsvolle Anti-Stress-Politik".


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